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Dresden nimmt neues Wohnheim für Geflüchtete in Betrieb

Schulturnhallen werden freigezogen

Ein ehemaliges Pflegeheim in Dresden-Friedrichstadt wird ab dieser Woche für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Stadtverwaltung und die Cultus gGmbH jetzt abgeschlossen. Das Objekt an der Löbtauer Straße 31 verfügt aktuell über 80 Plätze zur Unterbringung von Geflüchteten, ab 1. Juli sind es 207 Plätze. Das gesamte Objekt ist barrierefrei. Es wird vorwiegend für die Unterbringung von Geflüchteten mit Mobilitätseinschränkungen genutzt. Die soziale Betreuung der Geflüchteten vor Ort sowie die Gemeinschaftsverpflegung wird durch Kooperationspartner sichergestellt.
?Unsere Maxime gilt: Wer seine Heimat wegen Krieg und Vertreibung verlassen muss, hat unsere volle Solidarität. Niemand wird alleine gelassen, niemand muss auf der Straße schlafen. Um dies sicherzustellen, mussten wir kurzfristig auch auf Turnhallen zurückgreifen. Dank des neuen Wohnheims können die Turnhallen zeitnah wieder für den Schulsport genutzt werden. Ich danke allen Schulgemeinschaften für ihr Verständnis und ihre Solidarität?, erklärt die Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen Dr. Kristin Klaudia Kaufmann.

Die Stadt nutzt derzeit noch vier Schulturnhallen als Notschlafplätze für Geflüchtete: Turnhalle des Gymnasiums Dresden-Pieschen an der Erfurter Straße (160 Plätze), Halle des Gymnasiums Dreikönigsschule an der Alaunstraße (100 Plätze), Halle des BSZ Bau und Technik an der Blochmannstraße (80 Plätze) und Halle der 30. Oberschule an der Glacisstraße (60 Plätze). Diese Interimsobjekte sind aktuell nur zu etwa einem Drittel ausgelastet. Die Stadtverwaltung hat deshalb den Freizug bis spätestens 30. Juni 2022 angeordnet. Lediglich die Halle des BSZ Bau und Technik wird noch bis 31. Juli weitergenutzt. 

Parallel akquiriert die Stadt weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete. Der Fokus liegt auf Wohnungen. Gesucht werden Ein- bis Fünf-Raum-Wohnungen mit Küche und Bad, gerne auch möbliert. Die Wohnungen sollten für mindestens ein Jahr zur Verfügung stehen. Angebote und Rückfragen nimmt das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung entgegen, per E-Mail an: 65-mietvertragsverwaltung@dresden.de. Zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Unterbringungspflicht entwickelt die Stadt weiterhin Gemeinschaftseinrichtungen. Derzeit laufen beispielsweise Verhandlungen zur Nutzung des Hotels Dormero in Dresden-Klotzsche. Das Haus in der Karl-Marx-Straße 25 bietet Platz für 206 Personen. Die soziale Betreuung soll ein Kooperationspartner übernehmen. 

Die zentrale städtische Sammelunterkunft in der Messe Dresden wird nach aktuellem Stand bis Ende August weitergenutzt. Die Hallen 1 und 2 sollen zeitnah an die Messegesellschaft zurückgegeben werden. Die Vorbereitungen dafür laufen. Die Stadtverwaltung wird dann nur noch die Messehalle 4 mit bis zu 450 Plätzen für die Unterbringung ukrainischer Schutzsuchender nutzen. Ob künftig auch auf diese Plätze verzichtet werden kann, soll Ende Juli entschieden werden. 
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat Sachsens Landeshauptstadt insgesamt 8.676 geflüchtete Personen aufgenommen ? 8.303 ukrainische Schutzsuchende und 373 Asylsuchende aus verschiedenen Herkunftsländern (Stand 31.05.2022). Im Vorjahreszeitraum 2021 waren es 902 Geflüchtete. Geflüchtete, die neu nach Dresden einreisen und noch nicht in Deutschland registriert sind, müssen sich an die Landesdirektion Sachsen wenden. Eine Anlaufstelle befindet sich in Dresden in der Stauffenbergallee 2b.

www.dresden.de/ukraine-hilfe

geschrieben am: 22.06.2022
Redaktion DD-INside.com


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