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Bad Muskau wartet auf die Flut
Die Lage in den Hochwassergebieten entlang der sächsisch-polnischen Grenze ist nach wie vor angepnt. Der Pegel der Neiße sank zwar am Sonntag in Görlitz unter die Sieben-Meter-Marke, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. Der bisherige Höchststand war dort 1981 mit 6,71 Metern erreicht worden.
Görlitz . Die Lage in den Hochwassergebieten entlang der sächsisch-polnischen Grenze ist nach wie vor angepnt. Der Pegel der Neiße sank zwar am Sonntag in Görlitz unter die Sieben-Meter-Marke, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. Der bisherige Höchststand war dort 1981 mit 6,71 Metern erreicht worden. Knapp 1500 Menschen mussten in der Region ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Allein in Görlitz waren 400 Menschen betroffen, sie wurden in Notunterkünften untergebracht.
In Bad Muskau wurde der Hochwasserscheitel bis etwa 21.00 Uhr erwartet und damit auch starke Überflutungen. Betroffen sein könnte auch der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler-Park. 40 Menschen wurden in Bad Muskau in Sicherheit gebracht.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) stellte den Betroffenen Hilfen des Freistaats und der Kommunen in Aussicht. Seiner Ansicht nach ist das Hochwasser in seinem Ausmaß nicht vergleichbar mit der Jahrhundertflut an der Elbe im Jahr 2002. Bei einem Besuch in Görlitz sprach er von einem «regional beschränkten Hochwasser mit schwerwiegenden Folgen». Aus dem Jahrhunderthochwasser seien die richtigen Lehren gezogen worden. Die Vorwarnsysteme und Meldeketten hätten funktioniert.
Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) bezeichnete die Hochwassersituation dennoch als sehr dramatisch. Auch Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zeigte sich nach einem Besuch in der Sächsischen Schweiz geschockt, weil die Bilder denen aus dem August 2002 ähnelten.
Das Hochwasser, das den Freistaat am Wochenende überraschte, hinterließ schwere Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken. Zahlreiche Ortschaften wurden überschwemmt. Zwei unbewohnte Häuser stürzten ein. Fünf Menschen wurden in den Hochwassergebieten an der polnischen Grenze vor dem Ertrinken gerettet. Ein älterer, völlig erschöpfter Mann, der sich an einem Brückengeländer in Ostritz im Landkreis Görlitz festgehalten hatte und schließlich in das Wasser stürzte, konnte gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.
Ein Mensch war in einem Auto eingeschlossen, drei weitere Menschen in einem Gasthof in Großpostwitz im Landkreis Bautzen. Auch sie wurden gerettet. In Neukirchen bei Chemnitz waren am Samstag drei Menschen in einem Keller von den Wassermassen überrascht worden und ertrunken.
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge begannen unterdessen die Aufräumarbeiten. Massive Schäden meldete das Landratsamt Pirna für das Kirnitzschtal und die Innenstadt von Sebnitz, die noch immer unpassierbar war. In Königstein habe es einen Erdrutsch gegeben, infolge dessen 19 Menschen aus drei Häusern gerettet werden mussten, hieß es. Zudem warnte die Behörde vor örtlichen Hangrutschungen. Bei einigen Häusern seien die Fundamente unterspült worden. Zudem bestehe die Gefahr von Felsstürzen durch Wasser im Waldgebiet, hieß es.
In Sebnitz bleiben bis voraussichtlich Mittwoch alle Schulen geschlossen. In Görlitz bleiben am Montag alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Probleme gab es dort noch mit der Trinkwasserversorgung. Für 20 000 Menschen sollte eine Notversorgung sichergestellt werden, da ein Wasserwerk außer Betrieb genommen werden musste. Die Bevölkerung wurde gebeten, äußerst sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Zudem waren rund 5000 Görlitzer ohne Strom. Die ersten Anwohner konnten aber nach Angaben des Katastrophenschutzstabes in Zittau und Görlitz in ihre Häuser zurückkehren.
In Bautzen habe die Spree, die zeitweise bis zu fünf Meter Wasser geführt hatte, eine «Spur der Verwüstung» hinterlassen, teilte die Stadtverwaltung mit. Wegen eines Dammbruchs stand das Werksgelände von Bombardier unter Wasser, das Spreebad wurde beschädigt.
Wegen des Hochwassers wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, darunter das für Montag in Görlitz und Zgorzelec geplante Treffen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem polnischen Amtskollegen Jerzy Miller. Die Dresdner Filmnächte am Elbufer wurden ebenfalls wegen der Hochwassersituation abgebrochen.
Nach Einschätzung des Krisenstabs im Innenministerium wird es an der Neiße zu keiner zweiten Flutwelle kommen. Keine Entwarnung konnte an der oberen sächsischen Elbe gegeben werden. Es bewegten sich große Wassermassen von der Moldau und der Elbe auf Sachsen zu, hieß es. Über die Hochwassergebiete in Ostsachsen könnten sich nach Einschätzung von Meteorologen vereinzelt neue Regenschauer ergießen. Am Sonntagabend und am Montag könne für die betroffenen Gebiete noch keine Entwarnung gegeben werden.
Redaktion DD-INside.com
Görlitz . Die Lage in den Hochwassergebieten entlang der sächsisch-polnischen Grenze ist nach wie vor angepnt. Der Pegel der Neiße sank zwar am Sonntag in Görlitz unter die Sieben-Meter-Marke, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. Der bisherige Höchststand war dort 1981 mit 6,71 Metern erreicht worden. Knapp 1500 Menschen mussten in der Region ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Allein in Görlitz waren 400 Menschen betroffen, sie wurden in Notunterkünften untergebracht.
In Bad Muskau wurde der Hochwasserscheitel bis etwa 21.00 Uhr erwartet und damit auch starke Überflutungen. Betroffen sein könnte auch der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler-Park. 40 Menschen wurden in Bad Muskau in Sicherheit gebracht.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) stellte den Betroffenen Hilfen des Freistaats und der Kommunen in Aussicht. Seiner Ansicht nach ist das Hochwasser in seinem Ausmaß nicht vergleichbar mit der Jahrhundertflut an der Elbe im Jahr 2002. Bei einem Besuch in Görlitz sprach er von einem «regional beschränkten Hochwasser mit schwerwiegenden Folgen». Aus dem Jahrhunderthochwasser seien die richtigen Lehren gezogen worden. Die Vorwarnsysteme und Meldeketten hätten funktioniert.
Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) bezeichnete die Hochwassersituation dennoch als sehr dramatisch. Auch Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zeigte sich nach einem Besuch in der Sächsischen Schweiz geschockt, weil die Bilder denen aus dem August 2002 ähnelten.
Das Hochwasser, das den Freistaat am Wochenende überraschte, hinterließ schwere Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken. Zahlreiche Ortschaften wurden überschwemmt. Zwei unbewohnte Häuser stürzten ein. Fünf Menschen wurden in den Hochwassergebieten an der polnischen Grenze vor dem Ertrinken gerettet. Ein älterer, völlig erschöpfter Mann, der sich an einem Brückengeländer in Ostritz im Landkreis Görlitz festgehalten hatte und schließlich in das Wasser stürzte, konnte gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.
Ein Mensch war in einem Auto eingeschlossen, drei weitere Menschen in einem Gasthof in Großpostwitz im Landkreis Bautzen. Auch sie wurden gerettet. In Neukirchen bei Chemnitz waren am Samstag drei Menschen in einem Keller von den Wassermassen überrascht worden und ertrunken.
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge begannen unterdessen die Aufräumarbeiten. Massive Schäden meldete das Landratsamt Pirna für das Kirnitzschtal und die Innenstadt von Sebnitz, die noch immer unpassierbar war. In Königstein habe es einen Erdrutsch gegeben, infolge dessen 19 Menschen aus drei Häusern gerettet werden mussten, hieß es. Zudem warnte die Behörde vor örtlichen Hangrutschungen. Bei einigen Häusern seien die Fundamente unterspült worden. Zudem bestehe die Gefahr von Felsstürzen durch Wasser im Waldgebiet, hieß es.
In Sebnitz bleiben bis voraussichtlich Mittwoch alle Schulen geschlossen. In Görlitz bleiben am Montag alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Probleme gab es dort noch mit der Trinkwasserversorgung. Für 20 000 Menschen sollte eine Notversorgung sichergestellt werden, da ein Wasserwerk außer Betrieb genommen werden musste. Die Bevölkerung wurde gebeten, äußerst sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Zudem waren rund 5000 Görlitzer ohne Strom. Die ersten Anwohner konnten aber nach Angaben des Katastrophenschutzstabes in Zittau und Görlitz in ihre Häuser zurückkehren.
In Bautzen habe die Spree, die zeitweise bis zu fünf Meter Wasser geführt hatte, eine «Spur der Verwüstung» hinterlassen, teilte die Stadtverwaltung mit. Wegen eines Dammbruchs stand das Werksgelände von Bombardier unter Wasser, das Spreebad wurde beschädigt.
Wegen des Hochwassers wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, darunter das für Montag in Görlitz und Zgorzelec geplante Treffen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem polnischen Amtskollegen Jerzy Miller. Die Dresdner Filmnächte am Elbufer wurden ebenfalls wegen der Hochwassersituation abgebrochen.
Nach Einschätzung des Krisenstabs im Innenministerium wird es an der Neiße zu keiner zweiten Flutwelle kommen. Keine Entwarnung konnte an der oberen sächsischen Elbe gegeben werden. Es bewegten sich große Wassermassen von der Moldau und der Elbe auf Sachsen zu, hieß es. Über die Hochwassergebiete in Ostsachsen könnten sich nach Einschätzung von Meteorologen vereinzelt neue Regenschauer ergießen. Am Sonntagabend und am Montag könne für die betroffenen Gebiete noch keine Entwarnung gegeben werden.
ddp - Bild © ddp
geschrieben am: 08.08.2010Redaktion DD-INside.com
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