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Rekordzahl offener Lehrstellen in Sachsen
Sachsens Schulabgängern bietet sich in diesem Jahr ein Angebot an offenen Lehrstellen wie nie zuvor. Grund dafür sei die demografische Entwicklung, sagte die Ausbildungsexpertin der Handwerkskammer Leipzig, Dagmar Ehnert. Die Zahl der Schulabgänger im Freistaat liege in diesem Jahr mehr als 50 Prozent unter der aus dem Rekordjahr 2005.
Leipzig/Dresden . Sachsens Schulabgängern bietet sich in diesem Jahr ein Angebot an offenen Lehrstellen wie nie zuvor. Grund dafür sei die demografische Entwicklung, sagte die Ausbildungsexpertin der Handwerkskammer Leipzig, Dagmar Ehnert. Die Zahl der Schulabgänger im Freistaat liege in diesem Jahr mehr als 50 Prozent unter der aus dem Rekordjahr 2005. In diesem und nächstem Jahr wird nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Detlef Hamann, der Tiefpunkt erreicht. Danach werde ein leichter Anstieg der Schulabgängerzahlen vorausgesagt.
«Die Unternehmen sehen ein generelles strategisches Problem auf sich zukommen», erklärte Hamann mit Blick auf den in Zukunft drohenden Fachkräftemangel. Er appellierte an die sächsischen Unternehmen, sich für den Fachkräftenachwuchs zu engagieren. Als Beispiel nannte er das Anbieten von Ferienarbeits- und Praktikumsplätzen für Schüler.
Zahlreiche mittelständische Betriebe hätten sich auch in Internet-Plattformen, sogenannten Lehrstellenbörsen, zusammengeschlossen, auf denen sich junge Leute über das Lehrstellenangebot und Anforderungsprofile informieren können. Wegen der beträchtlichen Zahl schlecht qualifizierter Schulabgänger gingen Unternehmen auch dazu über, in der Ausbildung Grundwissen - etwa auf dem Gebiet der Mathematik - zu vermitteln.
«Die Betriebe stellen jetzt immer mehr Plätze zur Verfügung als leistungsstarke Schüler da sind», sagte Ehnert. Der Anteil der Hauptschüler ohne oder mit einem schlechten Hauptschulabschluss liege konstant bei etwa 25 Prozent. Bei drastisch sinkenden Schülerzahlen sei dies jedoch deutlicher spürbar als in den Vorjahren.
Ehnert rechnet für dieses Jahr mit 200 bis 250 unbesetzten Ausbildungsstellen allein im sächsischen Handwerk. Die meisten offenen Lehrstellen gebe es in dem anspruchsvollen Beruf eines Elektronikers. Über 60 Lehrstellen seien in diesem Beruf landesweit noch offen. «Wir hatten letztes Jahr schon Probleme, die Lehrstellen zu besetzen. Dieses Jahr ist es ganz, ganz extrem», erklärte sie. Auch für den stets sehr begehrten Beruf eines Mechatronikers sind Hamann zufolge noch Ausbildungsplätze verfügbar. «Da haben wir plötzlich freie Lehrstellen. Das hat es noch nie gegeben», sagte er.
«Die Zahl derjenigen, die in Frage kommen, ist so gering, dass die Betriebe teilweise gar keine Bewerbung mehr bekommen», sagte der Dresdner IHK-Sprecher Lars Fiehler. Sachsen habe ostdeutschlandweit die höchste Zahl an unbesetzten Lehrstellen. Bis Ende Juli wurden nach IHK-Angaben 7849 Lehrverträge abgeschlossen. 1392 Azubi-Stellen seien offen gewesen, die meisten davon mit 762 im Chemnitzer Raum. Dies sei um ein Vielfaches mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2009.
Rein rechnerisch steht derzeit nach Angaben eines Sprechers der Arbeitsagentur Sachsen in Chemnitz ein betrieblicher Ausbildungsplatz für 1,3 Bewerber zur Verfügung. Im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 1,6 Bewerbern auf eine betriebliche Ausbildungsstelle. Aktuell seien in den sächsischen Arbeitsagenturen über 5000 freie Ausbildungsplätze gemeldet. Am Ende des vergangenen Ausbildungsjahres im September 2009 seien im Freistaat noch 434 Stellen und im September 2008 insgesamt 591 Stellen unbesetzt gewesen.
Es kommt nach den Worten des Sprechers noch sehr häufig vor, dass sich Schüler bei der Ausbildungsplatzsuche auf wenige Berufe konzentrieren. Sehr oft würden Mode- oder Trendberufe bevorzugt. Besonders viele Ausbildungsstellen seien beispielsweise im Bäcker- und Fleischerhandwerk offen.
Redaktion DD-INside.com
Leipzig/Dresden . Sachsens Schulabgängern bietet sich in diesem Jahr ein Angebot an offenen Lehrstellen wie nie zuvor. Grund dafür sei die demografische Entwicklung, sagte die Ausbildungsexpertin der Handwerkskammer Leipzig, Dagmar Ehnert. Die Zahl der Schulabgänger im Freistaat liege in diesem Jahr mehr als 50 Prozent unter der aus dem Rekordjahr 2005. In diesem und nächstem Jahr wird nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Detlef Hamann, der Tiefpunkt erreicht. Danach werde ein leichter Anstieg der Schulabgängerzahlen vorausgesagt.
«Die Unternehmen sehen ein generelles strategisches Problem auf sich zukommen», erklärte Hamann mit Blick auf den in Zukunft drohenden Fachkräftemangel. Er appellierte an die sächsischen Unternehmen, sich für den Fachkräftenachwuchs zu engagieren. Als Beispiel nannte er das Anbieten von Ferienarbeits- und Praktikumsplätzen für Schüler.
Zahlreiche mittelständische Betriebe hätten sich auch in Internet-Plattformen, sogenannten Lehrstellenbörsen, zusammengeschlossen, auf denen sich junge Leute über das Lehrstellenangebot und Anforderungsprofile informieren können. Wegen der beträchtlichen Zahl schlecht qualifizierter Schulabgänger gingen Unternehmen auch dazu über, in der Ausbildung Grundwissen - etwa auf dem Gebiet der Mathematik - zu vermitteln.
«Die Betriebe stellen jetzt immer mehr Plätze zur Verfügung als leistungsstarke Schüler da sind», sagte Ehnert. Der Anteil der Hauptschüler ohne oder mit einem schlechten Hauptschulabschluss liege konstant bei etwa 25 Prozent. Bei drastisch sinkenden Schülerzahlen sei dies jedoch deutlicher spürbar als in den Vorjahren.
Ehnert rechnet für dieses Jahr mit 200 bis 250 unbesetzten Ausbildungsstellen allein im sächsischen Handwerk. Die meisten offenen Lehrstellen gebe es in dem anspruchsvollen Beruf eines Elektronikers. Über 60 Lehrstellen seien in diesem Beruf landesweit noch offen. «Wir hatten letztes Jahr schon Probleme, die Lehrstellen zu besetzen. Dieses Jahr ist es ganz, ganz extrem», erklärte sie. Auch für den stets sehr begehrten Beruf eines Mechatronikers sind Hamann zufolge noch Ausbildungsplätze verfügbar. «Da haben wir plötzlich freie Lehrstellen. Das hat es noch nie gegeben», sagte er.
«Die Zahl derjenigen, die in Frage kommen, ist so gering, dass die Betriebe teilweise gar keine Bewerbung mehr bekommen», sagte der Dresdner IHK-Sprecher Lars Fiehler. Sachsen habe ostdeutschlandweit die höchste Zahl an unbesetzten Lehrstellen. Bis Ende Juli wurden nach IHK-Angaben 7849 Lehrverträge abgeschlossen. 1392 Azubi-Stellen seien offen gewesen, die meisten davon mit 762 im Chemnitzer Raum. Dies sei um ein Vielfaches mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2009.
Rein rechnerisch steht derzeit nach Angaben eines Sprechers der Arbeitsagentur Sachsen in Chemnitz ein betrieblicher Ausbildungsplatz für 1,3 Bewerber zur Verfügung. Im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 1,6 Bewerbern auf eine betriebliche Ausbildungsstelle. Aktuell seien in den sächsischen Arbeitsagenturen über 5000 freie Ausbildungsplätze gemeldet. Am Ende des vergangenen Ausbildungsjahres im September 2009 seien im Freistaat noch 434 Stellen und im September 2008 insgesamt 591 Stellen unbesetzt gewesen.
Es kommt nach den Worten des Sprechers noch sehr häufig vor, dass sich Schüler bei der Ausbildungsplatzsuche auf wenige Berufe konzentrieren. Sehr oft würden Mode- oder Trendberufe bevorzugt. Besonders viele Ausbildungsstellen seien beispielsweise im Bäcker- und Fleischerhandwerk offen.
ddp - Bild © ddp
geschrieben am: 04.08.2010Redaktion DD-INside.com
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