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ARD-Vorsitzender kritisiert FAZ-Kommentar zu Dreistufentest

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust hat einen Kommentar der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zum Dreistufentest und den Online-Angeboten der ARD-Anstalten kritisiert.

Frankfurt am Main . Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust hat einen Kommentar der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zum Dreistufentest und den Online-Angeboten der ARD-Anstalten kritisiert. Der Medienjournalist Michael Hanfeld hatte darin geschrieben, das von den ARD-Rundfunkräten am Dienstag vorgelegte Gutachten «Presse macht Rundfunk», verkünde «nichts anderes als einen totalen Machtanspruch, das Ende der freien Presse und die Herrschaft des Staatsjournalismus». Boudgoust schrieb darauf in einem offenen Brief, dies sei «geschichtsvergessen und maßlos».

In dem Gutachten zur «Presseähnlichkeit» kommt der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, zu dem Schluss, dass die öffentlich-rechtlichen Medien ihrem Grundversorgungsauftrag nachkommen müssten und das Verbot presseähnlicher Inhalte entsprechend eng zu fassen sei. Hanfeld hatte geschrieben, das Gutachten enthalte «bestellte Wahrheiten».

Es sei «völlig unverhältnismäßig und einer seriösen Zeitung unwürdig», von einem Ende der freie Presse zu schreiben, nur weil das Gutachten «nicht den Interessen der Verlage zu entsprechen scheint», schrieb Boudgoust weiter. Der Kommentar habe «eine Grenze überschritten».

Die ARD-Rundfunkräte hatten am Dienstag die Ergebnisse des sogenannten Dreistufentests vorgestellt, den alle ARD-Online-Angebote bestanden haben. 37 Telemedienkonzepte der Anstalten, darunter 12 ARD-Gemeinschaftsangebote, waren über 18 Monate hinweg geprüft worden, unter anderem tagesschau.de, daserste.de und sportschau.de.

Vor allem die Textlastigkeit des Nachrichtenangebots auf tagesschau.de hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag verbietet dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk «nichtsendungsbezogene presseähnlich Angebote», die in Konkurrenz zu anderen Anbietern stehen.

Der Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hatten die Auslegung des Begriffes «presseähnlich» stark kritisiert. Dass ein presseähnliches Angebot wie eine gedruckte Zeitung aussehen müsse, sei ein «Skandal».



ddp - Bild © ddp

geschrieben am: 22.07.2010
Redaktion DD-INside.com


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