Thema Pflege gewinnt an Bedeutung in der Ausbildung
?Gute und würdevolle Kranken- und Altenpflege gelingt nur mit motivierten Mitarbeitern. Neben einer anständigen Bezahlung und Wertschätzung ihrer Arbeit braucht es vor allem einen cleveren Mix in der Qualifizierung?, sagte Dresdens Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann bei einer Beratung mit Vertretern der Evangelischen Hochschule Dresden, des Städtischen Klinikums Dresden und der städtischen Cultus gGmbH in dieser Woche. Bei dem Treffen ging es darum, gemeinsame Ansätze und Wege zu finden. Konkret verständigten sich die Gesprächspartner auf folgende Punkte:
- Wissenstransfer: Erkenntnisse aus Theorie und Praxis sollen intensiv zwischen den lokalen Akteuren ausgetauscht werden. Das Wissen fließt in die Pflegeplanung des Sozialamts ein. Dazu bedarf es auch empirischer Daten zur Pflege in Dresden. Diese wird die Kommunale Bürgerumfrage 2018 liefern.
- Nachwuchsgewinnung: Eng zusammenarbeiten wollen Stadt und Hochschule besonders beim Thema Fachkräftesicherung in der Pflege. Dazu werden weiter Praktika und Erprobungsstellen in städtischen Einrichtungen angeboten. Insgesamt rund 250 Praktikumsplätze bieten das Sozialamt, das Gesundheitsamt, das Klinikum und die Cultus derzeit an. Dazu kommen noch Einsatzstellen für Freiwilligendienste und Aktionstage wie ?Boys?Day?, ?Girls?Day? und ?GenialSozial?, bei denen junge Leute, die sich für eine Tätigkeit in pflegerischen Berufen interessieren, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren können.
- Innovative Qualifizierung: Fragen, die sich aus der Reform der Pflegeberufe 2020 ergeben, wollen die Akteure möglichst gemeinsam beantworten. Pflege soll durch neue Karrieremöglichkeiten attraktiver werden. So soll die Patientenversorgung perspektivisch im Rahmen eines sogenannten ?skill mixes? realisiert werden: Angelernte Pflegekräfte übernehmen Routineaufgaben, examinierte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner arbeiten eigenständig, studiertes Pflegepersonal mit umfassenden Kenntnissen soll übergreifende Prozesse zwischen medizinischem und pflegerischem Bereich managen. Die neuen Ausbildungs- und Studiengänge starten 2020.
- Kooperation und Würdigung: Im PflegeNetz Dresden sollen weitere Partnerschaften und Projekte entwickelt werden. Dabei geht es auch um Ideen für eine stärkere Würdigung und Anerkennung der Pflegearbeit, egal, ob sie hauptamtlich oder ehrenamtlich ausgeübt wird.
Prof. Dr. Holger Brandes, Rektor der Evangelischen Hochschule Dresden, sagt: ?Die Anforderungen an die Pflegenden in Krankenhäusern und Pflegeheimen steigen. Mit unserer wissenschaftlichen Forschung und Lehre unterstützen wir die Mitarbeiter und die Einrichtungen dabei, eine evidenzbasierte Pflege sicherzustellen und den Wandel bestmöglich zu meistern. Dabei lernen wir selbst ständig dazu.?
Petra Vitzthum, Pflegedirektorin des Städtischen Klinikums Dresden, ergänzt: ?Der Pflegeberuf ist anspruchsvoll und vielschichtig. Neben großer fachlicher Kompetenz bringen unsere Pflegekräfte täglich viel Einfühlungsvermögen ein, um unsere Patienten bestmöglich zu versorgen. Es ist uns wichtig, die Arbeit in der Pflege attraktiv zu gestalten. Wir unterstützen daher eine hochqualifizierte Ausbildung der Pflegenden und die Umsetzung dieses Wissens in der Pflegepraxis. Davon profitieren Patienten und Mitarbeiter aller Berufsgruppen gleichermaßen.?
Matthias Beine, Geschäftsführer der Cultus gGmbH der Landeshauptstadt Dresden, schätzt die enge Zusammenarbeit der Dresdner Akteure: ?Kooperation ist in der Pflege immens wichtig. Gerade an der Schnittstelle von der stationären Behandlung im Krankenhaus zur nachsorgenden pflegerischen Betreuung. Mit Initiativen wie dieser und im PflegeNetz Dresden erreichen wir einen optimalen, angemessenen Übergang für die pflegebedürftigen Menschen.?
?Mit den Impulsen, die das Treffen gegeben hat, wird sich das PflegeNetz Dresden ab sofort näher befassen?, informiert Sozialamtsleiterin Dr. Susanne Cordts. Das PflegeNetz Dresden ist ein Forum lokaler Pflegeeinrichtungen, Ämter und Pflegekassen. Es bündelt alle Informationen und Angebote rund um das Thema Pflege. Die Dresdner sollen dadurch schnell und unkompliziert die richtigen Ansprechpartner und Pflegeangebote finden.
Redaktion DD-INside.com

