Dresden erhält Förderung für soziale Stadtentwicklung
Der Sächsische Staatsminister des Inneren, Markus Ulbig übergab am 6. Dezember, an den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt Dresden, Raoul Schmidt-Lamontain, Bescheide für eine Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Übergabe fand in der Schule zur Lernförderung "A. S. Makarenko" Förderzentrum, Leisniger Straße 76 in Dresden-Pieschen statt. Die Landeshauptstadt Dresden hatte sich im Juli 2016 um die Aufnahme in das erstmals ins Leben gerufene Programm der nachhaltigen sozialen Stadtentwicklung mit den drei Gebieten Dresden Nord (unter anderem Pieschen, Leipziger Vorstadt, Hechtviertel), Dresden Friedrichstadt und Dresden Johannstadt beworben. Das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Förderprogramm unterstützt niedrigschwellige Vorhaben welche die Situation von Langzeitarbeitslosen, Menschen mit niedrigen Einkommen und Migranten in sozial benachteiligten Stadtgebieten nachhaltig verbessern soll.
In der Schule zur Lernförderung "A. S. Makarenko" kann mit den Fördermitteln ein Anti-Gewalt-Projekt für alle Klassen angeboten werden, mit Verhaltens- und Deeskalationstraining. In der Einrichtung mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung und -vorbereitung lernen insgesamt 260 Schüler. Zwei Drittel davon sind Jungs und etwa 30 Prozent aller Schüler sind in Maßnahmen des Jugendamtes integriert.
Am Standort Leisniger Straße werden 150 Kinder und Jugendliche in den Klassen 6 bis 10 ausgebildet. Eine Außenstelle befindet sich auf der Konkordienstraße. Die Schule arbeitet mit vielen Sozialen Diensten, Therapeuten, Kinderärzten, Psychologen und Beratungsstellen zusammen, um individuelle Förderung für die Kinder anbieten zu können. es gibt Förderstunden im Rahmen des Unterrichts insbesondere für Sprache, Motorik, LRS, Wahrnehmung und Konzentration.
In den Gebieten Dresden Nord, Friedrichstadt und Johannstadt sind in den vergangenen Jahren durch die Städtebauförderung beziehungsweise mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bauliche Maßnahmen umgesetzt worden. Diese haben eine positive Stadtteilentwicklung in Gang gesetzt, die nun mit Projekten, die auf Bildung und Integration setzen und sich aus dem ESF finanzieren, unterstützt wird.
Insgesamt leben in den drei Fördergebieten fast 60 000 Menschen, denen zukünftig Angebote zur sozialen Eingliederung, zur Weiterentwicklung von sozialen Kompetenzen, zur Bildung und zum lebenslangen Lernen sowie zur Bekämpfung von Armut und Diskriminierung gemacht werden können.
In Vorbereitung für die Antragstellung zur Aufnahme in das ESF wurden seit dem Herbst 2015 umfangreiche Konzepte für die Stadtteile erarbeitet. An der konzeptionellen Arbeit waren mehrere Ämter der Stadtverwaltung beteiligt, aber auch Träger und Initiativen aus den Stadtteilen die zahlreiche qualifizierte Projektvorschläge gemacht haben. Das Ergebnis war überzeugend, so dass alle Aufnahmeanträge für die drei Gebiete positiv beschieden wurden und fast alle der einzelnen Projektvorschläge für das Innenministerium förderwürdig sind.
Zunächst ist eine Laufzeit des Programms bis zum Jahr 2020 vorgesehen. Der Fördersatz des Programms beträgt 95 Prozent, davon stammen 80 Prozent aus dem ESF und weitere 15 Prozent werden vom Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt. Da die Landeshauptstadt Dresden den Eigenanteil von fünf Prozent in der Haushaltsplanung eingeordnet hat, müssen die Träger der Projekte keine Eigenmittel aufbringen.
Redaktion DD-INside.com

