Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, Dr. Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah, lädt zur Fachveranstaltung ?Genitalverstümmelung ? medizinische, rechtliche und soziale Aspekte zur Prävention in Sachsen? ein. Diese findet am Mittwoch, 30. November, 13.30 bis 18 Uhr, im Rudolf-Mauersberger-Saal, Haus An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Diese ist vor Ort zu entrichten. Eine Anmeldung ist bis 28. November an fachtagung@dresden.de unter dem Betreff ?VA 30.11.2016? sowie unter Angabe des Namens und gern des beruflichen Kontextes möglich. Für weitere Informationen steht Frau Joseit unter Telefon 0351-4882073 zur Verfügung.
Nach den Fachvorträgen (?Medizinische Aspekte: Anzeichen, Erkennung, medizinische Folgen?; ?Rechtliche Aspekte: Kinderschutz, Asylverfahren?; ?Soziale Aspekte: Vorstellung des Handlungsleitfadens ?Wirksame Prävention von Genitalverstümmelung??) werden in den Fachgesprächen u. a. Hintergründe und rechtliche Anforderungen an Ärzteschaft, Informationen zur Rechtslage, zum Gefährdungsbegriff sowie Unterstützungsvorschläge thematisiert und formuliert.
Genitalverstümmelung von Mädchen ? Herausforderung für den Kinderschutz auch in Deutschland
Kinder brauchen den Schutz durch Gesellschaft und Staat ? vor allem dann, wenn Gewalt innerhalb der Familie verübt wird. In Deutschland sind bis zu 30 000 Mädchen von einer besonders schweren Form der Gewalt bedroht oder bereits betroffen: der Genitalverstümmelung. Weltweit leben die meisten Opfer dieser Praktik in afrikanischen, asiatischen und arabischen Ländern, aber durch Migration verbreitet sich diese systematische Misshandlung auch weiter in westliche Länder. In Europa sind nach Schätzungen 500 000 Mädchen und Frauen von dieser Gewalt betroffen und 180 000 minderjährige Mädchen akut gefährdet
Die Praktik der Genitalverstümmelung dient in manchen Ländern dazu, das Verhalten von Mädchen zu kontrollieren. Unversehrte Mädchen werden als ?unrein", sexuell ?zügellos" und ?nicht heiratsfähig" diffamiert. Durch Zuwanderung rückt die Problematik mittlerweile stärker in den öffentlichen Fokus. Auch in Dresden leben immer mehr Frauen und Kinder, in deren Herkunftsländern diese Gewaltform verbreitet ist. In der Migration sind die Kinder nicht minder gefährdet und betroffene Frauen sind auf Hilfe angewiesen. Die Prävention zur Vermeidung von Genitalverstümmelung und die Aufklärung vor dieser Art von Gewalt stellen uns dabei vor eine enorme Herausforderung. Um wirksame Prävention zu leisten, ist unser aller Umsicht gefordert. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei Fachkräfte in sozialen, medizinischen und pädagogischen Berufen ein.
Die Veranstaltung ist durch die Sächsische Landesärztekammer in der Kategorie A mit 5 Punkten zertifiziert.
Redaktion DD-INside.com

