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„The Disco Boys“

„The Disco Boys“

 

Gordon und Raphael aka “The Disco Boys” sind eines der größten Phänomene der deutschen House-Szene. Wo die beiden auftreten brennt der Laden! Angefangen hat alles mit einer Mix-CD, die immer erfolgreicher wurde. Daraus ist die erfolgreichste DJ-Mix-Compilation in Deutschland gewurden. Im Rahmen ihrer neuen Tour könnt ihr das symphatische Duo auch in Dresden erleben. Am 25. Oktober machen sie einen Halt im Eventwerk.
 

Ihr könnt auf einige Auftritte in Dresden zurückblicken und am 25. Oktober ist es schon wieder soweit. Habt ihr noch irgendwelche Erinnerungen an die letzten Jahre?
Ja, meistens war das Wetter schlechter als erwartet, und dadurch wurde es drinnen immer ziemlich voll. An Dresden haben wir aber durchweg gute Erinnerungen und die Partys waren immer gut hier.

Gibt es vom Sound her regionale Unterschiede bzw. geht ihr darauf ein? Was ändert ihr an eurem Setaufbau?
Eigentlich gibt es kaum Unterschiede mehr. Liegt vielleicht auch daran, daß die Gäste an Abenden mit uns auch "unseren" Sound erwarten.

Kommen wir zu eurer neuen Compilation. Ab dem 3. Oktober steht die Nummer neun ganz in Blau in den CD Regalen. Unterscheidet sich „Der Blaue Planet“ von seinen Vorgängern oder haltet ihr an eurer Erfolgsstrategie fest?
Im Grunde halten wir unter dem Moto "Never change a running system" und damit an unserem Konzept fest. Was sich weiterentwickelt hat, ist, daß wir mehr Freigaben anderer Labels für unsere Wunschtrack auf der Kopplung bekommen haben, was die CD zumindest für uns qualitativ besser macht. Das liegt daran, daß sich der Erfolg und das Image der Kopplung mittlerweile auch bei ausländischen Labels herumgesprochen hat. Außerdem sind diesmal mehr eigene Stücke drauf.

Durch den grandiosen Erfolg von „For You“ werdet ihr natürlich auch immer mit dem Track verbunden. Stört euch das ab und zu?
Wir versuchen uns nicht auf "For You" reduzieren zu lassen, auch wenn der Track omnipräsent ist. Uns gab es schon 10 Jahre vor "For You" und das waren im Zweifel die wichtigsten Jahre. Manchmal nervt es aber schon, daß einige Gäste scheinbar nur wegen diesem Track kommen und gegen Ende der Party ungläubige Gesichtsausdrücke machen, wenn sie realisieren, daß es dieses Stück heute Abend nicht mehr gibt. Ein bisschen Weiterentwicklung müssen wir auch von unseren Gästen erwarten können.

Mit der Zeit gab es immer mehr eigene Veröffentlichungen von euch. Seht ihr diese als nette Zugabe für die Compilation-Reihe oder besteht die Option auf ein Künstleralbum?
In der heutigen Zeit bekommen komplexe Künstleralben eine immer geringere Bedeutung. In der DJ-Kultur sowieso. Da paßt es ganz gut, die eigenen Tracks thematisch in das einzubinden, was der Konsument auch von uns erwartet. Einen DJ-Mix. Ausgeschlossen ist ein eigenen Album damit aber nicht. Man könnte aber sagen, wir haben das Konzept erfunden, die eigenen Stücke aus einer Kompilation und nicht dem eigenen Album auszukoppeln. Neu, aber für den Hörer wie selbstverständlich.

Neben den Eigenproduktionen macht ihr viele Remixe. Unter anderem habt ihr schon an Titel der Bee-Gees, Axwell oder auch Dave Spoon Hand angelegt. Mit welchem Künstler würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten?
Oh, die Liste wäre sehr lang. Bei einer unserer neuen Singles ("The Voice") haben wir schon mit einem Idol zusammengearbietet: Midge Ure. Er war Leadsänger der Vorreiter-Electro-Band Ultravox ("Vienna", "Dancing With Tears In My Eyes" ...), hat zusammen mit Bod Geldorf z.B. "Do They Know It's Christmas" geschrieben, sowie viele Hits von Visage, z.B. "Fade To Grey". Er hat die Voclas für "The Voice" neu eingesungen. Das war schon eine große Ehre.

Wie betrachtet ihr die musikalische Entwicklung global und speziell in der House-Szene? Habt ihr euren Sound an aktuelle Trends angepasst oder haltet ihr die Disco-Fahne weiterhin hoch?
Natürlich passen wir uns an und riskieren bewußt, 100 Fans zu verlieren, die einen anderen - den alten - Sound lieber hören wollen. Gewinnen aber vielleicht 1.000
neue Fans. In der DJ-Kultur ist Weiterentwicklung sehr wichtig. Auch für die eigene Motivation ist das gut. Insgesamt verfließen die Musikgenres aber im Laufe der Zeit so sehr ineinander, daß kaum ein Gast noch definieren kann, was wir da eigentlich spielen, oder was er am liebsten hört. Früher war das einfacher.

In einem Booklet von euch entdeckte ich die Message „No Tapes, No CDs, Just Records!“ Was sagt ihr 2008 dazu?
Das war ein Bild eines New Yorker Plattenladens. Mittlerweile kommt man zumindest um die CD nicht immer herum, weil viele Tracks als Vorab-Promo nur digital versand werden. Trotzdem spielen wir zum Großteil Vinyl. Und wenn die Anlage im Club stimmt, hört sich das auch bewiesenermaßen besser an.

Ihr seid jeden Samstag in einer anderen Stadt, hattet Bookings von Hamburg bis Japan und wieder zurück. Geht euch das Gereise auf die Nerven? Was vermisst ihr am meisten, wenn ihr tausende Kilometer von der Heimat entfernt seid?
Normalität.

Könnt ihr den Lesern verraten, wie ein typischer Samstag im Leben der Disco Boys aussieht? Nehmt ihr auch etwas aus den Städten mit, die ihr bereist, oder seht ihr nur die Clubs und das Hotel?
Das ist einfach. Der Großteil des Tages besteht aus Reisen. Natürlich schlafen wir etwas länger, dann geht's in der Regel zum Flughafen. Am Zielort ins Hotel. Dann Zeit bis zum Abendessen, entweder mit Leuten aus dem Club oder auf dem Hotelzimmer, was uns oft lieber ist (!). Wenn genug Zeit ist, gehen wir mal in die Stadt oder ins Kino. Im weiteren Ausland investieren wir auch schonmal 1 bis 2 Tage zusätzlich um was zu sehen. Sicher ein Privileg.

Nächstes Jahr steht „The Disco Boys 10“ auf dem Plan. Macht ihr euch schon eifrig Gedanken nach einem Special?
Ja, machen wir. Die 10 sollte in jeder Hinsicht etwas Besonderes werden. Im Detail kann man da aber z.Zt. natürlich wenig zu sagen. Wir sind erstmal froh, daß es die 9 gibt.

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