INTERVIEWS

FacetoFace mit BEAT FANATICS

Manche Menschen haben Träume. Manche haben Träume und laufen ihnen ein Leben lang hinterher. Und manche Menschen leben ihre Träume - so gut es eben geht. Rico, Tänzer der Gruppe Beat Fanatics und selbsternannter Lifestylefreak, ist wohl eher letzterer Gruppe zuzuordnen. Es ist die Sucht nach dem Extremen, die Suche nach den eigenen Grenzen, welche ihn jeden Tag aufs neue motiviert und in ihm die Leidenschaft und den Ehrgeiz weckt das zu tun, was er seit über einem Jahrzehnt lebt: Breakdance. Wir sprachen mit Rico über seine Anfänge als Tänzer, den von ihm propagierten Lifestylefreak und über seine neue von ihm mit gegründete Breakdance-Gruppe, die Beat Fanatics.

Erzähl ein bisschen über die Anfänge. Wie bist Du zum Tanzen gekommen und wie denkst Du heute rückblickend über diese Zeit?

Bei mir hat alles mit Hype Dance (oder auch New Jack Swing genannt) angefangen. Das ist der Tanz, wie ihn damals MC Hammer und Vanilla Ice getanzt haben. Noch bevor ich mit Breakdance angefangen habe war das erste Element vom Hip Hop, mit dem ich konfrontiert wurde, Graffiti. Da die ältesten Mitglieder von „Fresh in Attack” Hawk, Patrock & Panic in einem Nachbardorf wohnten, ergab es sich, dass ich 1994 mit Breakdance begann. Damals zu dieser Zeit tanzte man mehr Autodidakt als heute und reiste viel mehr rum um mit anderen B-Boys zu trainieren und zu „jamen“. Es war auf jeden Fall eine geile Zeit, da man früher mehr von Hip Hop sprechen konnte als heute. Heute ist es fast nur noch eine Subkultur die schon fast komplett ausgeschlachtet wurde

Du bezeichnest dich selber als Lifestylefreak. Was steckt für eine Geschichte hinter diesem Namen und was macht einen Lifestylefreak aus?

Im Laufe meiner Zeit als straighter Hip Hopper, interessierte ich mich auch für andere Subkulturen und deren Musik. Ich inspirierte mich immer an anderen Extremsportlern und begann selber mit dem Surfen. Als ich an meiner Homepage arbeitete wollte ich alles unter einem Hut bringen und somit kam ich auf den Namen „Lifestylefreak”. Kurz und knapp beschrieben ist ein „Lifestylefreak” ein Mensch der sich nicht richtig festlegen will, mehrere Interessen hat und lebt! Wer noch mehr über das Thema wissen will kann eine ausführliche Philosophie darüber auf meiner Homepage www.lifestylefreak.de unter „History“ lesen





Mit deiner ersten Gruppe Fresh In Attack hast Du nicht nur zahlreiche Auszeichnungen, wie zum Beispiel den ersten Platz beim Battle Of The Year 1999, ergattert, sondern man kann euch auch getrost zu einer Gruppe der ersten Stunde dieses Landes zählen. Wie kam es zur Gründung der Gruppe? Seid ihr noch aktiv? Versuche ein wenig den Lifestyle dieser Zeit zu beschreiben!

„Fresh in Attack” wurde 1990 als Graffiti Crew von Hawk und Pat gegründet, welche sehr schnell zur Breakdance Crew umfunktioniert wurde. Danach kamen 1994 Panic und 1995 Angel und ich dazu. Wir Fünf waren vorerst der feste Kern. Wir reisten viel von Jam zu Jam, lieferten uns viele Battles und machten uns dadurch in der Hip Hop Szene einen Namen. Seit 1997 nahmen wir an offiziellen Battles teil, bis 1999 unser größter Erfolg (der Deutscher Meister) war! Im Jahr 2000 kam Sancho aus Brandenburg dazu und 2001 Jakspin aus Berlin. 2005 wurde noch Koone aus Halle ein Gruppenmitglied von uns. Auch in den Jahren nach 1999 nahmen wir weiterhin an den offiziellen Battles, wie zum Beispiel das Battle of the Year teil und können voller Stolz sagen, dass wir bis zum letzten Jahr immer unter den besten 4 Gruppen Deutschlands waren. Ja, unsere Gruppe gibt es noch, allerdings sind wir nicht mehr oft bei Battles oder Jams am Start, da es inzwischen bei einigen von uns wichtigere Sachen im Leben, wie zum Beispiel die Familie gibt. Wir sind eine Showgruppe die vom Tanzen lebt und deshalb wird auch nie ein Trennungsgedanke aufkommen.

In diesem Jahr hast Du beim Battle Of The East mit deiner neuen, zweiten Gruppe, den Beat Fanatics, einen fantastischen zweiten Platz erreicht. Was bedeutet euch dieser zweite Platz und wie kam es zur Gründung der Gruppe?

Dieser 2. Platz bedeutet uns und speziell mir selber sehr viel, da ich es jetzt schon zum zweiten Mal mit einer Dresdner Nachwuchsgruppe ins Finale geschafft habe. Im Jahr 2004 gelang mir dies mit der Gruppe „Six Pack”, welche hauptsächlich nur fürs Battle gegründet wurde. Mit „Beat Fanatics” sieht das aber jetzt anders aus, da es offiziell meine zweite Gruppe ist. Die Gruppe entstand zum Teil durch Straßenshows, der Gruppe „Renaissance”, dem Tänzer T-Rox von „Dance Collection” (eine Gruppe aus Chemnitz), Panic und meiner Wenigkeit von „Fresh in Attack”.

Was unterscheidet die Beat Fanatics von anderen Gruppen? Was zeichnet euch besonders aus, was ist euer Spezialgebiet?

Was uns von anderen Breakdance Gruppen unterscheidet ist, dass wir aus 7 Tänzern und 5 Drummern bestehen. Zu den Drummern bin ich durch Straßenshows gekommen, welche ich regelmäßig schon seit vielen Jahren mache. Die Drummer stammen von der Dresdner Samba Band Viromania. Dementsprechend ist unser Spezialgebiet das Tanzen zu Livemusik!

Am 9.9.2006 findet in Hannover wieder das Battle Of The Year statt. Die Beat Fanatics werden auch an den Start gehen und um einen der ersten Plätze kämpfen. Wie siehst Du eure Chancen und mit welchen Erwartungen fahrt ihr dort hin?

Der Traum ist natürlich den Preis für die Beste Show abzuräumen und daher versuchen wir so gut es geht mit unserer Livemusik-Show zu glänzen. Da wir aber sozusagen eine Nachwuchsgruppe sind, die erst seit 5 Monaten besteht, denke ich dass wir, falls wir in ein Battle kommen sollten, keine großen Chancen haben!





Was sind die nächsten Ziele und Pläne der Beat Fanatics ? Kann man euch in nächster Zeit noch anderswo als auf dem kommenden Battle Of The Year sehen?

Einen Teil von uns kann man regelmäßig bei unseren Straßenshows auf der Brühlschen Terrasse erleben. Da wir für die Geschäftswelt auf der Prager Straße zu laut waren, wurden uns unsere Shows dort leider verboten. Derzeit arbeiten wir an einem abendfüllenden Programm, welches eine Dauer von einer Stunde bis anderthalb Stunden erreichen soll. Da dies aber noch ein Zukunftsprojekt ist, werden wir sehen was wir schaffen.

Die letzten Worte gehören Dir!

An alle Geschäfte denen wir zu Laut waren: Freut euch über ein bisschen Musik im Alltag und dass es in dieser Stadt Straßenkunst gibt, da ich glaube das dies ganz gut zu Dresden passt!! An alle Jugendlichen da draußen: Glaubt an das was ihr erreichen wollt und macht es einfach! Wer Interesse hat mehr zu erfahren; so geht einfach auf www.lifestylefreak.de und ab Ende September ist auch www.beatfanatics.biz am Start.

Keep on rocking!!!



(Interview: Friedemann Schreiter)

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