Gentleman -Die Liebe zur Musik-

Wie bist da an die Arbeit zu „Another Intensity“ rangegangen? Es war sicherlich nicht leicht für dich. Schließlich warst du mit dem Vorgänger „Confidence“ fast drei Jahre auf Tour.
Gentleman: Es wird immer schwieriger mit der Zeit, sich selbst musikalisch zufrieden zu stellen. Mit jedem Album, was man macht, entwickelt man sich weiter. Beim ersten Album habe ich nicht viel nachgedacht, da haut man die Songs einfach raus. Beim zweiten wars schon anders. Mit „Another Intensity“ hatte ich noch nie so viele schlaflose Nächte. Es war wirklich schwierig den Punkt zu finden, wo man sagt: Jetzt ist gut, jetzt hört sich der Song gut an. Trotzdem den richtigen Plan, kann man vorher nicht haben. Man braucht eine Vision und man muss Hunger auf Musik haben. Der Rest passiert dann von alleine, auch wenns beim diesem Album etwas länger gedauert hat.
Bist du stolz auf das Ergebnis?
Gentleman: Stolz versuche ich immer ein wenig fern von mir zu halten. Stolz ist mit dem Ego verbunden. Ein Album zu machen, motiviert mich extrem. Es gibt mir die Kraft noch mehr Musik zu machen. Wenn du merkst, dass selbst Leute in Israel und Japan nach mir fragen, dann gibt dir das einfach was. Man merkt dann: Okay das macht alles Sinn.
Wie persönlich ist „Another Intensity“ geworden?
Gentleman: Es ist wirklich persönlicher als die anderen. Die Gedankengänge sind einfach tiefer. Ich habe auch länger gebraucht, um einen Song abschließen zu können.
Hat Reggae-Musik für Dich auch Grenzen? Oft vergleicht man das ja mit Gute-Laune-Musik.
Gentleman: Ich kann als Künstler eigentlich alles machen, egal ob Party- oder Liebessong. Mir ist es aber wichtig, mehr als nur Entertainment zu machen. Es ist schön wenn Reggae dich entertainen kann, aber besser ist es wenn noch was dahinter steckt.
Was ist Dir im Leben am wichtigsten?
Mir persönlich ist das wichtigste, wenn ich mir die Frage stelle: Wo will ich hin? Was will erreichen? In allen Belangen ist das eine andere Intensität. Ich habe keinen Bock mehr auf Smalltalk, darum ist das Album „Another Intensity“ eine Kampfansage gegen die Scheinheiligkeit.
Wie wichtig ist Dir dabei Reggae?
Gentleman: Ich glaube ich habe viel dazu beigetragen, dass der Reggae jetzt da ist, wo er ist. Wenn ich nicht da gewesen wäre, hätte es jemand anderes gemacht. Reggae ist eine Musik, die einfach entdeckt werden muss. Es gibt so viele Talente, auch in Deutschland. Ich glaube, ich habe damals eine sehr gute Zeit erwischt. Als ich angefangen habe, kannten die Leute hier nur Bob Marley.
Und wie wichtig sind Dir Deine Kinder?
Die sind mir natürlich das Allerwichtigste. Ich glaube, ich bin der beste Vater der Welt. Allein die bedingungslose Liebe zwischen mir und den Kindern, das ist eine Erfahrung, die ich vorher nicht kannte.
Was ist mit Erfolg?
Erfolg ist wichtig für die Motivation. Man kann noch so tolle Sachen machen und fest an sich glauben, wenn nix zurückkommt, dann wird’s irgendwann schwierig. Wenn aber Erfolg einsetzt, dann löst sich das Problem.
Und Geld?
Geld gibt Sicherheit und vor allem Freiheit. Die Freiheit, die mir ermöglicht, meine eigene Musik machen zu können, mein eigenes Label zu haben und mit meinem Kinder spontan irgendwo hin fahren.








