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Auf nach Amsterdam?

Städtereisen liegen voll im Trend. Das trifft auch auf Cannabis zu. Deshalb verbinden viele Reisende ihren Besuch in der niederländischen Hauptstadt mit einem Abstecher in einen der zahlreichen Coffeeshops. Selbstverständlich hat die Stadt noch weitaus mehr zu bieten. Die Metropole ist mit einem weit verzweigten Kanalnetz durchzogen, den sogenannten Grachten. Interessante Museen entführen in die spannende Vergangenheit der Stadt und informieren über die unterschiedlichsten Themen. Natürlich locken auch die zahlreichen Diskotheken in den Ausgehvierteln Nachtschwärmer in Scharen ins lebhafte Ortszentrum. Dennoch dürfte Amsterdam in den nächsten Jahren zumindest von deutscher Seite deutlich weniger Zulauf erhalten. Die Ampelkoalition plant die Legalisierung von Cannabis auch in Deutschland. Der Verkauf erfolgt dann in speziell lizenzierten Geschäften und die Abgabe ist für Personen im Alter von über 18 Jahren erlaubt. 


 
Wird Deutschland das neue Holland?
 
Die baldige Legalisierung von Cannabis dürfte nicht nur die Nachfrage nach Cannabis Samen erhöhen, sondern auch das Reiseverhalten nachhaltig verändern. In Deutschland könnten dann ähnliche Verhältnisse herrschen wie in den Niederlanden. Dort gibt es eine liberale Softdrugpolitik. Vor allem in der heimlichen Cannabis-Welthauptstadt Amsterdam blüht der Handel mit Haschisch, Marihuana und Weed. Der Verkauf erfolgt in sogenannten Coffeeshops. Davon gibt es allein in Amsterdam mehr als 160, die meisten davon liegen im Zentrum. In den Coffeeshops herrscht Alkoholverbot. Der Konsum der Hanfprodukte erfolgt zumeist an Ort und Stelle. Schätzungsweise jeder vierte Tourist stattet einem solchen Coffeeshop einen Besuch ab. In den Shops liegen Menükarten aus. Das Sortiment umfasst unter anderem präparierte Joints, reines Weed, Space Cakes und diverse Wasserpfeifen. Auch Angaben über Stärke und Geschmack stehen in der Menükarte. Der Verkauf auf der Straße wäre illegal. Wie in den meisten Ländern Europas ist der Verkauf harter Drogen auch in den Niederlanden streng verboten. Die Abgabe ist nur in den Coffeeshops erlaubt und dort auch nur bis zu maximal fünf Gramm pro Tag und Person. Die Konsumenten müssen volljährig sein und sich ausweisen können. Darüber hinaus ist es möglich, an geführten Touren teilzunehmen, die über die Geschichte und Legalisierung des Cannabis informieren. Cannabis-Fans besuchen außerdem das Hash Marihuana & Hemp Museum im Herzen von Amsterdam. Zu sehen sind mehr als 9000 Ausstellungsstücke. Zum Areal gehören auch ein Cannabis-Garten und eine Verdampferausstellung. 
 
Amsterdam-Feeling in Deutschland
 
Bislang können deutsche Städte mit der Dichte an Coffeeshops mit Amsterdam natürlich nicht mithalten, und das wird sich vermutlich in Zukunft nicht so schnell ändern. Doch auch Städtetrips in Deutschland haben ihren Reiz. Romantische Grachten und schnuckelige Giebelhäuser gibt es zum Beispiel in Friedrichstadt in Schleswig-Holstein. Auch hier schippern Ausflugsboote die Gäste durch eine romantische Kulisse. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf holte im 17. Jahrhundert verfolgte Niederländer in sein Reich. Diese errichteten als Dank eine Stadt im holländischen Stil. Somit entstand ein kleines Amsterdam mitten in Deutschland und die Friedrichstädter Grachtenfahrt zählt heute zu den beliebtesten Urlaubsattraktionen in Schleswig-Holstein. Mit dem neuen Cannabis-Gesetz könnte es hier vielleicht sogar bald auch einen echten Coffeeshop geben.
 
Fazit: Amsterdam ist immer eine Reise wert. Mit der geplanten Legalisierung von Cannabis besteht jedoch nicht mehr die Notwendigkeit, des Konsums Willen nach Holland zu reisen. Hanfprodukte sind dann auch in Deutschland in speziellen Verkaufsstellen legal erhältlich. 
 
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