PORTRAITS

The Rasmus - MEHR FÜR DIE MASSE

Mit ihrem neuen Album „Black Roses“ wollen The Rasmus vor allem eins: Hits landen.
Es gibt sie zwar schon seit 1994, außerhalb Finnlands bemerkte man ihr Dasein so richtig aber erst neun Jahre später: The Rasmus aus Helsinki. „In The Shadows“ war
ihre Super-Single. Das niedliche Dark-Rock-Stück mit dem Oho-oho-Refrain heult bis heute durch sämtliche Jugendradiosender. Jetzt haben Lauri Ylönen, der extravagante Sänger mit der Struwwelpeter-Frisur, und seine Jungs ihr neues Album „Black Roses“ fertig. Seit Ende September kann man die Scheibe bei uns kaufen. Nun wollen The Rasmus ihr Hitpotential auch vor Live-Publikum testen. International seid ihr vor allem für eure Radiohits berühmt,
„In The Shadows“ ist der bekannteste.

 

Habt ihr beim Schreiben solcher Songs schon ein großes Publikum dafür vor Augen?


LAURI: Dieses Mal wollten wir die Leute und auch uns selbst überraschen. Wir haben für viele Songs Dinge miteinander kombiniert, die eigentlich gar nicht so gut zusammen passen. Zum Beispiel hat die neue Single „Livin’ In A World Without You“ viele elektronische Elemente, Trance und Techno spielen da mit rein. Das klingt sehr nach den 80er Jahren und sorgt für neue Energie. Und dann habe ich meine alten, langsamen und sehr friedlichen Melodien dazu gesungen. Wir haben einfach Sachen ausprobiert, das ist vergleichbar mit Wissenschaftlern im Labor. Hits können einem ja auch durch kleine Unfälle passieren. Man braucht das nötige Glück und vielleicht auch manchmal etwas blödsinnige Ideen, um einen catchy Song zu entwickeln. (singt die Melodie von „In The Shadows“) Genau so etwas – das mag erstmal komisch und fast nervig klingen, bleibt einem aber lange im Gedächtnis.

 

Also versucht ihr nicht bewusst, so viele Leute wie möglich mit einem bestimmten Stück zu begeistern?


LAURI: Nicht direkt. Aber natürlich liebe ich Hits! Und bei Auftritten sollten Bands auch immer ihre Hits spielen, weil viele Fans nur deswegen kommen. Stell dir vor, Nirvana hätten damals nicht immer und immer wieder „Smells Like Teen Spirit“ gespielt. Hits sind gut! Und hoffentlich werden wir mit diesem Album viele davon landen. Aber das liegt in den Händen der Radio-Bosse.

 

Wenn ihr euch zwischen einem kleineren, intimen Club- Gig und einem Auftritt bei einem riesigen Sommerfestival entscheiden müsstet, welchen würdet ihr wählen?


AKI: Ich würde mich für den Club-Gig entscheiden. Eben weil er intimer und näher an den Fans ist. Und wenn du auf deiner eigenen Tour bist, hast du ja auch dein eigenes Equipment, und der Sound ist meistens besser. Festivals sind stressig und manche Dinge gehen einfach schief. Was bei Festivals natürlich gut ist, ist der Wettbewerb. Viele kennen dich gar nicht, du musst dich behaupten und der Beste sein.


LAURI: In Amerika fangen wir gerade erst an. Da haben wir eine Show in New York vor weniger als 100 Zuschauern gespielt – und das war eine der besten auf der Tour!

Weil wahrscheinlich auch keine kleinen, lauten Mädchen vor der Bühne standen.


LAURI: Ja. Und wenn du vor weniger Leuten spielst, willst du umso mehr alles geben. Das hat mich an die ersten Band-Jahre erinnert, als wir uns vornahmen, die Welt zu erobern. Das fühlte
sich gut an.

 

Als ich den neuen Albumtitel „Black Roses“ hörte, fand ich das unglaublich kitschig. Habt ihr lange überlegt, ob es nicht etwas übertrieben ist?


LAURI: Als wir den Namen hatten, befürchtete ich, dass schon eine andere Platte so heißt – aber wir konnten keine finden. Wir dachten einfach, dass es nach einem Klassiker klingt: sehr leicht auszusprechen, selbst Spanier können damit leicht umgehen!


AKI: Ich hatte allerdings das Gefühl, dass es sich zu sehr nach billigem Gothic-Zeug anhören könnte. Aber wir haben dafür eine tiefe Bedeutung. Wir haben wirklich schwarze Rosen auf dem Album.


LAURI: Ich hatte ein Buch gelesen, das eine Anleitung für Schreiber von Filmskripten gibt. Es handelt davon, wie man den perfekten Film kreiert. Es ist in vier Kapitel unterteilt: 1. Waise, 2.Wanderer, 3. Krieger, 4. Märtyrer. Nach dem Schema entstanden viele große Filme wie „Titanic“ oder „Star Wars“, da haben sich die Macher genau an diese Struktur gehalten. Wir haben uns beim Schreiben der neuen Songs auch daran gehalten und am Ende unsere eigene Geschichte „Black Roses“ genannt. 

 

Ihr habt euch mit dem Produzenten Desmond Child zusammengetan, der auch schon für Ricky Martin oder auch Bon Jovi gearbeitet hat. Wie sehr war er ins Songwriting integriert?


LAURI: Das ist schwer zu beantworten. Wir hatten im Vorfeld viele eigene Ideen. Ein paar der Melodien hatte ich sogar schon vor mehr als zehn Jahren fertig. Desmond hat vor allem an den Lyrics gefeilt, das ist seine Spezialität. Sagen wir mal, er hat ein Drittel des Songwritings übernommen.

Ihr habt vorhin den 80er-Jahre-Touch angesprochen. Den hatten auch schon viele Songs eures letzten Albums „Hide From The Sun“. War es Desmond, der jetzt mehr davon wollte?


AKI: Wir lieben einfach 80er-Musik!


LAURI: Ja, und Desmond ist tatsächlich sehr 80er. Irgendwie ist er in dem Jahrzehnt auch ein bisschen hängen geblieben. Und obwohl er 30 Jahre älter ist als wir, hat die Zusammenarbeit echt gut geklappt. Wir mochten einfach alle seine Ansätze.

„Black Roses“ lebt insgesamt weniger vom Dark Rock, wie ihr ihn sonst gespielt habt. Wolltet ihr gezielt davon wegkommen?


LAURI: Heute ist es ein viel elektronischerer Sound. Alles basiert mehr auf dem Synthesizer. Aber ich finde das immer noch recht dunkel. Wir versuchen jetzt, ein bisschen in die Depeche-Mode-Richtung zu gehen. Mit diesem Album wollen wir nicht geheimnisvoll wirken – eher natürlich.


AKI: Aber es ist schon poppiger geworden, als die Alben davor.

 

LAURI: Der erste Arbeitstitel der Platte war „Death Pop“. Die nächste muss unbedingt so heißen!

TEXT: ERIK BRANDT-HÖGE

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