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Dresden gedenkt ermordeter Marwa El-Sherbini

Mit einem symbolischen Gedenken und stiller Trauer hat Dresden am Donnerstag an die Ermordung von Marwa El-Sherbini vor einem Jahr erinnert. Im Dresdner Landgericht - wo die Ägypterin während einer Verhandlung mit zahlreichen Messerstichen getötet wurde - mahnt künftig eine Gedenktafel an das Verbrechen.

Dresden . Mit einem symbolischen Gedenken und stiller Trauer hat Dresden am Donnerstag an die Ermordung von Marwa El-Sherbini vor einem Jahr erinnert. Im Dresdner Landgericht - wo die Ägypterin während einer Verhandlung mit zahlreichen Messerstichen getötet wurde - mahnt künftig eine Gedenktafel an das Verbrechen. Der Verein Bürger.Courage errichtete vor dem Gerichtsgebäude ein überdimensionales Messer aus Beton.

«Die Gedenktafel soll ein Ort des Andenkens an Marwa El-Sherbini und gleichzeitig eine Mahnung gegen Fremdenhass und Islamfeindlichkeit sein», sagte Justizminister Jürgen Martens (FDP) bei der Enthüllung der Tafel. Zudem solle dadurch ein Symbol der Versöhnung zwischen Religionen und Kulturen geschaffen werden.

Die Gedenktafel erinnert in deutscher und arabischer Sprache an die Zivilcourage der Ägypterin und ihrer Ermordung am 1. Juli 2009. Auf der Tafel ist unter anderem geschrieben: «Wir verneigen uns vor dem Opfer dieser schrecklichen und unfassbaren Tat und trauern mit ihrer Familie.» Rund 200 Vertreter aus Politik und Justiz nahmen an der Gedenkveranstaltung teil und legten vor der Tafel weiße Rosen nieder.

Martens erinnerte an den Mord vor einem Jahr, der «uns alle in Dresden, Deutschland und der ganzen Welt erschütterte». Die Tat habe einen dunklen Schatten auf die Justiz und auf Deutschland geworfen. «Vor einem Jahr musste jeder erkennen, welche tödliche Logik Ausländerhass haben kann», sagte der Minister.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sagte, dass die Stadt auch in Zukunft mit dem Mord an El-Sherbini leben müsse. «Die Tat wird nicht in Vergessenheit geraten», sagte Orosz. Dazu müssten sich die Dresdner in die Gesellschaft einbringen und an einer demokratischen Ordnung mitwirken. «Es kommt nicht nur darauf an, Haushaltsmittel bereitzustellen und Projekte zu initiieren. Die Bürger müssen ein gemeinsames Miteinander wollen», sagte die OB.

Vor dem Landgericht errichtete der Dresdner Verein Bürger.Courage ein anderthalb Meter großes Betonmesser, um auf diese Weise an die mit einem Messer ermordete Ägypterin zu erinnern. In den kommenden Wochen sollen insgesamt 18 solcher überdimensionaler Messerskulpturen im gesamten Stadtgebiet aufgestellt werden. Dadurch werde der oftmals kaum wahrnehmbare Alltagsrassismus versinnbildlicht, teilte der Verein mit. Die Installation stammt vom Künstler Johannes Köhler und trägt den Namen «18 Stiche».

Am Nachmittag wollte der Ausländerrat Dresden vor dem Rathaus eine Kundgebung im Gedenken an El-Sherbini veranstalten. Martens und Orosz wollten dabei eine Ansprache halten. Anschließend sollte ein Demonstrationszug zum Landgericht ziehen.

Marwa El-Sherbini war am 1. Juli 2009 von dem aus Russland stammenden Spätaussiedler Alex W. mit einem Küchenmesser im Gerichtssaal erstochen worden. 18 Mal soll der Täter, der im November wegen Mordes an der Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem Ehemann zu einer lebenslangen Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt wurde, auf die schwangere Frau eingestochen haben. Der Täter handelte aus Fremdenhass.



ddp - Bild © ddp

geschrieben am: 01.07.2010
Redaktion DD-INside.com


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