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Barrierefrei durch Dresden und das Elbtal

Vor genau einem Jahr, im Juni 2019, ging das deutsch-tschechische Infoportal Barrierefreiheit unter www.dresden.de/dabeisein an den Start. Inzwischen präsentieren dort mehr als 5000 Einrichtungen aus der Region Dresden, dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Nordböhmen ihre barrierefreien Angebote für Einwohner und Touristen. ?Wer einen Rollstuhl oder Rollator nutzt, einen Kinderwagen schiebt, einen schweren Rollenkoffer zieht oder auf ein Hörgerät angewiesen ist, trifft schnell auf Barrieren. Das Infoportal Barrierefreiheit liefert dann unkompliziert Informationen, ob ein Museum, ein Restaurant, eine Apotheke, ein Bahnhof und eine Vielzahl weiterer Einrichtungen barrierefrei zugänglich sind oder wo sich die nächste barrierefreie Toilette befindet?, informiert Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. ?Dieses digitale Portal wurde gemeinsam mit dem Bezirk Usti in Tschechien realisiert?, so Schmidt-Lamontain weiter.

Umfassende Informationen, zur Beschaffenheit von Wegen, Fahrstühlen, Höranlagen, barrierefreien Toiletten, Parkmöglichkeiten oder Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sind hinterlegt. Es gibt viele Fotos von den Einrichtungen. Alle Informationen sind in drei Sprachen (Deutsch, Tschechisch und Englisch) verfügbar.

Jeder kann mitmachen

Egal ob Gast oder Betreiber einer Einrichtung ? jeder kann mitmachen, Fehler melden oder neue Einrichtungen ergänzen. Die Veröffentlichung erfolgt nach Überprüfung der Angaben. Jedes Jahr werden mindestens 20 Prozent der erfassten Einrichtungen vor Ort überprüft, damit sich die Nutzer auf die Informationen verlassen können. Einrichtungen und Veranstalter können die Informationen verlinken oder in ihre Webseiten einbauen.

Alle profitieren

Alle, die auf zuverlässige Informationen zur Nutzbarkeit und Ausstattung von Gebäuden und anderen Zielen angewiesen sind, finden diese schnell und unkompliziert im Infoportal Barrierefreiheit. Einrichtungen und Veranstaltern bietet das Portal ein einfach zu handhabendes Werkzeug, um diese Informationen zu erfassen und zu präsentieren. Die ganze Region zwischen Dresden und Usti wird für Besucher und Touristen unter dem Aspekt der Barrierefreiheit beworben. Sie können Reisen und Ausflüge leichter planen, weil alle Informationen an einer Stelle zu finden sind. ?Hinsichtlich Aktualität, Handbarbarkeit und Zuverlässigkeit der Informationen setzt das Infoportal neue Maßstäbe gegenüber vergleichbaren Informationsangeboten. Und es verleiht Europa einen Schub, indem es Dresden, die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge mit unserer Nachbarregion in Tschechien vernetzt?, freut sich Schmidt-Lamontain.

Wer ist die Zielgruppe in Dresden?

  • In Dresden sind 28 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner älter als 65 Jahre.
  • Rund 13 Prozent aller Dresdnerinnen und Dresdner sind älter als 75 Jahre, mit steigender Tendenz. 
  • In der Altersgruppe der über 75-jährigen hat fast jeder dritte Dresdner eine schwere Gehbehinderung.
  • 15 Prozent aller Dresdner über 75 Jahre haben schwerwiegende Sinneseinschränkungen. Sie können beispielsweise schlecht sehen oder hören. 
  • Von den über 65-jährigen ist jeder fünfte schwer gehbehindert und etwa jeder zehnte von erheblichen Sinneseinschränkungen betroffen. 
  • Über 87.000 Dresdner (15 Prozent) haben eine dauerhafte Behinderung. 
  • Fast 60.000 Menschen in Dresden haben einen Behinderungsgrad von 50 Prozent und mehr. Sie gelten damit als schwerbehindert. 
  • 20.000 Dresdner mit schweren Behinderungen sind jünger als 65 und rund 7000 jünger als 45 Jahre.
  • Auch Menschen ohne Einschränkungen sind auf barrierefreie Angebote und die Informationen darüber angewiesen, 
    • wenn sie gemeinsam mit Menschen mit einer Behinderung unterwegs sind,
    • wenn sie mit schwerem Gepäck oder einem Kinderwagen unterwegs sind,
    • wenn sie vorübergehende gesundheitliche Einschränkungen haben.

Finanziert und umgesetzt wurde das Infoportal im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem Bezirk Usti in Tschechien. Die IT- und Datenerfassungskosten beliefen sich auf rund 330.000 Euro. Für den Betrieb des Portals sind jährlich rund 20.000 Euro kalkuliert. Die Fördermittel stammen aus dem Kooperationsprogramm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2014-2020 (INTERREG).

geschrieben am: 20.05.2020
Redaktion DD-INside.com


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