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Stadtbahntrasse Oskarstraße geht am 6. Juli in Betrieb

Neuer Umsteigepunkt für Straßenbahnlinien 9 und 13 am S-Bahnhof Strehlen

Die neue Stadtbahntrasse vom Wasaplatz über Oskarstraße und Tiergartenstraße geht am Sonnabend, 6. Juli 2019, früh um 3.30 Uhr in Betrieb. Damit fahren die Straßenbahnlinien 9 und 13 wieder durchgängig zwischen Prohlis und Mickten beziehungsweise Kaditz. Gleichzeitig kehren die Buslinien 61, 63, 75 und 85 auf ihre Standardstrecke zurück.

?Dresden zählt zu den wachstumsstärksten Regionen der Bundesrepublik. Eine tragende Säule des Wirtschaftswachstums sind die ansässigen Hochschulen und Forschungsinstitute. Das gute Fachkräfteangebot, vielfältige kulturelle Angebote und die guten Lebensbedingungen sorgen für eine hohe Anziehungskraft bei Studenten, Wissenschaftlern und Unternehmern. Steigende Einwohner- und Touristenzahlen und weitere Unternehmensansiedlungen verlangen adäquate umweltfreundliche Mobilitätsangebote?, beschreibt Oberbürgermeister Dirk Hilbert die Herausforderungen. ?Das Ziel des Stadtbahnprogrammes 2020 ist es, bestehende Lücken im Straßenbahnnetz zu schließen, die Vernetzung von Wohngebieten und Universitätscampus sowie der verschiedenen Hochschul- und Forschungsstandorte untereinander zu verbessern. Eine gute OPNV-Erschließung ermöglicht ein stadtverträgliches Wachstum und trägt zur Stärkung und Zukunftssicherung des Standortes Dresden bei?, so Dirk Hilbert weiter.

?Ich freue mich, dass wir heute das erste Teilprojekt eines komplexen Gesamtvorhabens abschließen können, welches den ÖPNV im gesamten Dresdner Südraum attraktiver machen und damit einen zusätzlichen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten wird. Für diesen ersten Abschnitt erhält die DVB Fördergelder in Höhe von insgesamt rund 8 Millionen Euro, davon 5,2 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen?, so Stefan Brangs, Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. ?Jetzt liegt es an der Landeshauptstadt, die Planungen für die weiteren Bauabschnitte zu forcieren. Ich darf Ihnen versprechen, dass der Freistaat die Stadt Dresden und die DVB AG bei dieser Aufgabe weiterhin mit ganzer Kraft unterstützen wird.?

?Der Abschnitt Oskarstraße/Tiergartenstraße ist ein wichtiger Bestandteil des Programms ?Stadtbahn Dresden 2020??, erläutert der Dresdner Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. ?Hier in Strehlen entstand ein attraktiver Verknüpfungspunkt. Der Umbau der Verkehrsanlagen am Wasaplatz, bei dem auch neue Radwege angelegt wurden, verbessert die Verkehrssituation erheblich und wertet das Umfeld städtebaulich auf. Jetzt muss der Bau der Stadtbahntrasse zwischen Löbtau und Strehlen zügig weitergehen?, so Schmidt-Lamontain.

Kurze Wege am Bahnhof Strehlen
Rund 30 000 Fahrgäste passieren den Wasaplatz täglich per Bahn und Bus. Mehr als 3 000 von ihnen steigen dort um. ?Bisher mussten die Umsteiger am Wasaplatz lange Wege über die Kreuzung zurücklegen. Mit der neuen Streckenführung verschiebt sich der Umsteigepunkt zum S-Bahnhof Strehlen. Dort kann zwischen Bus, Stadtbahn und jetzt auch S-Bahn barrierefrei und komfortabel umgestiegen werden?, freut sich der Finanz- und Technikvorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Andreas Hemmersbach.

Neue Linienführung
Die neue Strecke der Linien 9 und 13 führt vom Wasaplatz jetzt durch die Oskarstraße zum Bahnhof Strehlen und weiter über Tiergartenstraße zur Haltestelle ?Querallee?. Dort bindet die neue Gleisverbindung an die bisherige Stammstrecke Richtung Zoo und Lennéplatz an. Die Haltestellen am Wasaplatz, am S-Bahnhof Strehlen und stadteinwärts auch an der Querallee entstanden neu und barrierefrei. Lediglich die Bushaltestellen am westlichen Wasaplatz warten noch auf ihren Umbau. Das wird im Zuge der weiteren Stadtbahnführung über Caspar-David-Friedrich-Straße und Zellescher Weg erfolgen. Die bisherige Straßenbahnhaltestelle ?Julius-Otto-Straße? wird ab 6. Juli aufgelassen.

Gleisbett hält 60 Jahre
Zwischen Wasaplatz und Tiergartenstraße wurden insgesamt rund 1 100 Meter Doppelgleis sowie 116 Meter Einfachgleis für die Straßenbahn verlegt. Als Bauform kam die so genannte feste Fahrbahn zum Einsatz. Dabei werden die Schienen vibrationsgedämmt auf einem Betonuntergrund befestigt. Diese Variante hat sich als leise und lange haltbar bewährt. Während abgefahrene Schienen später mit wenig Aufwand gewechselt werden können, bleibt der Untergrund bis zu 60 Jahre stabil. Im kommenden Jahr baut die Stadt Dresden alle alten Gleise auf der Wasa- und Franz-Liszt-Straße aus und erneuert in diesem Bereich Fahrbahnen und Gehwege.

Sonderfahrten zur Streckeneröffnung
Bereits am Freitag, 5. Juli 2019, also einen Tag vor der offiziellen Inbetriebnahme, bieten die Verkehrsbetriebe kostenlose Sonderfahrten über die neue Trasse an. ?Wir möchten uns damit bei den Fahrgästen und Anwohnern für die vielfach aufgebrachte Geduld bedanken, die angesichts dieser langen Baustelle nötig war?, erläutert DVB-Vorstand für Betrieb und Personal Lars Seiffert die Idee. ?Deshalb haben wir alle Interessierten am 5. Juli von 13 Uhr bis 18 Uhr eingeladen, gemeinsam mit uns die neue Strecke zu erkunden. Am Bahnhof Strehlen wartet dann eine kleine Überraschung auf unsere Kunden.? Die Sonderwagen verkehren alle 15 Minuten zwischen Straßenbahnhof Reick und der Gleisschleife Wallstraße. Im Einsatz sind moderne Stadtbahnen im Wechsel mit Museumsfahrzeugen.

Teilprojekt ?Stadtbahn Dresden 2020?
Die Baustelle zwischen Wasaplatz und Querallee ist Bestandteil des vom Stadtrat beschlossenen Projektes ?Stadtbahn Dresden 2020?. Begonnen wurde am 1. März 2017 mit dem Abschnitt zuerst auf der Oskarstraße. Aufgrund eines Verfahrensfehlers der Genehmigungsbehörde stellte das Sächsische Oberverwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung einer Klage fest. Für die bereits begonnene Baustelle der Landeshauptstadt Dresden und der DVB bedeutete das einen mehr als 14-monatigen Baustopp und zusätzliche Kosten, bevor am 6. Juli 2018 weitergebaut werden durfte. Auf den Tag genau ein Jahr später ist die neue Trasse fertig. Bis September 2019 folgen noch Restarbeiten zur Komplettierung der Haltestellen und Gestaltung am Wasaplatz. Zur Pflanzzeit im Herbst werden auch die geplanten Bäume und Sträucher gesetzt. Ursprünglich hatten die DVB für das Bauprojekt Kosten in Höhe von 16,7 Millionen Euro geplant. Durch die Unterbrechung ändern sich sowohl Bauablauf als auch Bauzeitraum erheblich. Aktuell gehen die DVB-Verantwortlichen von rund 24 Millionen Euro und einer Förderung von knapp 60 Prozent der Gesamtsumme durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie den Freistaat Sachsen aus. Dazu kommen die aktuellen Baukosten der Landeshauptstadt Dresden, der DREWAG und der Stadtentwässerung mit rund 5,8 Millionen Euro. In den Gesamtkosten von knapp 30 Millionen Euro sind die 1,7 Millionen Euro für die Sanierung der Wasa- und Franz-Liszt-Straße bereits enthalten.

geschrieben am: 05.07.2019
Redaktion DD-INside.com


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