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Dresden engagiert in Afrika

Vier Stadträte aus der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville sind seit Mittwoch, 12. Juni 2019 zu Gast in Dresden. Sie bereiten mit ihrem Besuch die Reise ihres Oberbürgermeisters Roger Okémba vor. Er wird Ende September mit einer Delegation nach Dresden kommen. Anfang des Jahres reiste Oberbürgermeister Dirk Hilbert in die Republik Kongo. Es war der erste offizielle Besuch in der Partnerstadt seit 1980. Es wurden Vereinbarungen über eine konkrete Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren getroffen. Die Ideen und Initiativen sollen weiterentwickelt und umgesetzt werden. In der Entwicklungspolitik Afrikas spielen kommunale Partnerschaften eine zunehmende Rolle. Für Beratung und finanzielle Unterstützung bei einer Projektumsetzung steht die SKEW (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt), gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur Verfügung. Es ist der Austausch und die Weitergabe von Know-How auf kommunaler Ebene auf die auch die Städtepartnerschaft Dresden ? Brazzaville setzt. Ein gemeinsames Projekt soll ?urban gardening? sein. In Brazzaville vor dem Rathaus werden seit einem Jahr Hochbeete bewirtschaftet. Eine Idee, die man auch in anderen Stadtbezirken der afrikanischen Stadt umsetzen könnte. Die kongolesischen Stadträte besuchten deshalb Dresdner Gemeinschaftsgärten wie die ?Internationalen Gärten? in der Dresdner Johannstadt oder das UFER-Projekte. Auch eine typische Dresdner Kleingartensparte stand auf dem Programm. Ziel ist es, Dresdner Gärtner mit in die Erweiterung des ?urban gardenings? in Brazzaville einzubeziehen.
Die kongolesische Delegation verschaffte sich außerdem einen Überblick über den öffentlichen Nahverkehr, besuchte die Leitstelle der DVB und wird sich auch noch die Kläranlage in Kaditz ansehen.

Ein weiterer Projektpartner ist das tjg.theater junge generation. Die Intendantin Felicitas Loewe und der Regisseur Heiki Ikkola arbeiten gemeinsam an einer Theaterproduktion mit Schauspielern und Regisseuren aus Brazzaville. Sie waren dazu erst vergangene Woche in Brazzaville. Im Herbst wird der Leiter eines Amateur- Kinder- und Jugendorchesters aus Brazzaville am Heinrich Schütz Konservatorium hospitieren und eine Weiterbildung in Orchesterleitung absolvieren.
Die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa wird in Brazzaville die Schule Jacques Opangault sanieren sowie Sanitäranlagen und einen Brunnen einrichten. Ein ähnliches Projekt gab es in Brazzaville bereits vor einigen Jahren. Die Schule Nganga Lingolo wurde von arche noVa zwischen 2009 und 2013 saniert. Die Dresdner Delegation konnte sich im Januar 2019 vor Ort davon überzeugen, welchen Unterschied es macht, wenn Schüler die Möglichkeit haben, sanitäre Anlagen zu nutzen, auf Schulbänken statt auf dem Boden zu lernen und Lehrer ein Lehrerzimmer zur Verfügung haben.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert: ?Die Reise nach Brazzaville hat mich sehr bewegt. Zum einem als ich sah, in welchen ärmlichen Verhältnissen die Menschen dort leben, zum anderen aber auch, weil wir mit solch einer Gastfreundschaft empfangen wurden. Die Freundlichkeit und Lebensfreude der Menschen haben mich tief beeindruckt. Ich möchte diese Städtepartnerschaft mehr in das Licht der Dresdner Öffentlichkeit rücken und es liegt mir sehr viel daran, die Dresdner Bürgerschaft einzubeziehen, sei es über Schulpartnerschaften, Mitwirkung in konkreten gemeinsamen Projekten oder Patenschaften.?

Eine neue Schule für Burkina Faso:

Burkina Faso ist mit 71 Prozent das Land mit der zweithöchsten Rate an Analphabeten weltweit. Um das zu ändern, braucht es Schulen. Der Künstler Ezé Wendtoin aus Burkina Faso studierte in Dresden Germanistik und engagiert sich in zahlreichen Projekten, u. a. ist er Mitglied im Dresdner Verein Atticus. Mit seinem burkinischen Verein A.P.E.C.A. (Verein für die Förderung der Erziehung der Kunst und des Kunsthandwerkes), engagiert er sich in seiner Heimat seit 2015 für die Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Der Verein möchte eine Schul- & Kunst und Ausbildungszentrum mit unabhängiger Wasserversorgung und Solarenergie errichten. Warc-En-Ciel heißt das Projekt, das in Guesswende, einem von der Hauptstadt etwa 30 Kilometer entfernten Dorf entstehen soll.

Die ersten konkreten Schritte sind geschafft. Das geeignete Grundstück ist gekauft, ein Brunnen gebaut. Vor Ort koordinieren Lehrerinnen und Lehrer des von Ezé Wendtoin gegründeten Verein A.P.E.C.A. das Projekt. In Dresden wirbt Ezé mit der Banda Internationale und Atticus e. V. für Spenden. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt 140 000 Euro. Oberbürgermeister Hilbert unterstützt die Spendenaktion.

Als nächstes sollen zwei Klassenzimmer, eine Sanitär- und Photovoltaikanlage und ein überdachter, Schatten spendender Bereich für den Unterricht und Veranstaltungen entstehen. Dirk Hilbert: ?Ich möchte alle ermuntern, für dieses Projekt zu spenden. Wir geben mit der Verdopplung jedes gespendeten Euros bis zur Gesamtsumme von 10 000 Euro die Motivation dazu.?
Der Spendenzeitraum dafür beginnt Freitag 14. Juni und endet am Mittwoch, 3. Juli 2019. Informationen und Spenden unter www.betterplace.org/f32752

Gemeinsam mit der Banda Internationale trat Ezé Wendtoin mit der Bitte an den Oberbürgermeister heran, dieses Projekt zu unterstützen. Dirk Hilbert: ?Ich bin überzeugt davon, dass es uns hier in Dresden gut geht und eine Unterstützung von Projekten in Regionen, in denen Menschen um elementare Dinge wie sauberes Wasser oder Bildung kämpfen müssen, selbstverständlich sein sollte. Bei dem Projekt in Burkina Faso überzeugt mich vor allem die enge Verbindung zu Dresden. Ezé Wendtoin ist in Dresden inzwischen sehr bekannt. Die Banda Internationale war selbst vor Ort und gemeinsam sensibilisieren wir viele Dresdnerinnen und Dresdner für dieses Thema.?

Burkina Faso ist mit 71 Prozent das Land mit der zweithöchsten Rate an Analphabeten weltweit. Die Vision des Projektes ist, diese langfristig zu senken, das Bildungsniveau zu erhöhen, berufliche Perspektiven zu schaffen. Nur durch hochwertige Bildung und Chancengerechtigkeit kann eine nachhaltige Entwicklung in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, erfolgen.
In dem geplanten Schulneubau erhalten nicht nur Kinder aus den umliegenden Dörfern den Zugang zu Bildung mit innovativen Lernmethoden, sondern es soll auch ein Internat geben, in dem jungen Mädchen und Frauen eine Ausbildung in handwerklichen Berufen wie Schneidern, Schmieden oder Weben ermöglicht wird. Neben der Schule soll das Gebäude auch als Ort zur Förderung der Kreativität und Kunst dienen. Musik, Theater und Bewegung stimuliert nachweislich die Motivation und die Fähigkeit zu lernen und lässt das Selbstbewusstsein wachsen.

geschrieben am: 14.06.2019
Redaktion DD-INside.com


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