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Bilanz des Frühlings: Stürmischer März, sonniger April und kühler Mai

Insgesamt ein normaler Frühling, im Detail allerdings sehr abwechslungsreich. ? So lässt sich das Wetter der letzten drei Monate zusammenfassen. Franziska Reinfried, Meteorologin im Umweltamt, beschreibt den Frühlingsbeginn als sehr ambivalent: ?Nach dem außergewöhnlich sonnigen Februar war der März vor allem sehr windig. Ganz Deutschland kämpfte mit den Sturmtiefs Bennet, Dragi und Eberhardt. In Dresden kam es glücklicherweise zu keinen größeren Schäden?, erläutert Reinfried. ?So eroberte sich der März den dritten Rang in der Sturm-Windbilanz seit 1961. Die Tiefdruckgebiete brachten dabei ordentlich Regen mit sich?, ergänzt die Meteorologin. Der März war der vierte Monat in Folge, in dem das Niederschlagssoll erfüllt wurde. Die Regensumme ergab 109 Prozent des klimatologischen Vergleichswertes. Die Sonne schien mit 112 statt 110 Stunden durchschnittlich viel. Jedoch heizten insbesondere die kräftigen Hochdruckgebiete Gabi und Hannelore ordentlich ein und sorgten für ungewöhnlich hohe Temperaturen für die Jahreszeit. Mit 3,3 Grad über dem Klimareferenzwert 1961 bis 1990 begann der Frühling äußerst mild.

Der April präsentierte sich in diesem Jahr als der eigentliche Wonnemonat. Hoch Jana und Hoch Katharina waren verantwortlich für sehr stabile, trockene und milde Witterungsabschnitte. Letzteres bescherte ganz Deutschland ein sonniges Osterfest bei sommerlichen Temperaturen über 20 Grad. Die Sonne schien 132 Stunden mehr im Vergleich zum Referenzzeitraum. Das sind 191 Prozent der sonst üblichen Bilanz, also fast doppelt so viel. Der April ließ hier kaum Regen zu. An gerade mal sieben statt der durchschnittlichen 15 Tage gingen insgesamt 28 Millimeter Regen auf die Erde nieder. Das sind lediglich 52 Prozent des klimatologischen Vergleichswertes.

Der Mai nahm mit einem kräftigen Kaltlufteinbruch zu Beginn des Monats die Eisheiligen beim Wort. Die nächtlichen Temperaturen fielen zeitweise bis fast auf den Gefrierpunkt. Bis auf die letzte Dekade war es zu kalt für die Jahreszeit. Nach 13 Monaten war der Mai 2019 der erste Monat, an dem der klimatologische Vergleichswert der Temperatur unterschritten wurde. Mit nur 11,8 Grad Monatsmitteltemperatur war der Mai um 1,3 Grad zu kalt. Mit 51 Millimeter erreichte die Niederschlagssumme 81 Prozent des Klimareferenzwertes.

?In heutigen Zeiten ist es schon eine Ausnahme, keine Rekordmeldungen aus dem Witterungsrückblick verkünden zu können?, sagt Reinfried. Seit mehr als acht Jahren beobachtet sie nun schon die Daten der Klimamessstation Dresden Klotzsche. ?Betrachtet man die Anzahl der Niederschlagstage, scheint es ein sehr durchschnittlicher Frühling gewesen zu sein. Von März bis Mai regnete es insgesamt an 41 Tagen. Der klimatologische Mittelwert für Dresden liegt bei 42 Tagen.?

Sie fasst zusammen: ?Die drei Frühlingsmonate waren mit 1,6 Grad über dem Klimareferenzwert zu warm, mit 80 Prozent der Niederschlagsmenge zu trocken und 18 Prozent sonniger im Vergleich zum klimatologischen Referenzzeitraum 1961 bis 1990.?

Hoch Pia sorgt nun für einen fulminanten Sommerauftakt ? die ersten Junitage sind heiß mit Temperaturen über 30 Grad. Damit rückt das Thema Umgang mit sommerlicher Hitze in der Großstadt wieder in den Fokus. Nicht nur aktuell, sondern besonders bei Betrachtung der Temperaturentwicklung der letzten Jahre, sind nachhaltige Anpassungsstrategien auch auf stadtplanerische Ebene notwendig.

Umweltsamtleiter Wolfgang Socher setzt sich deshalb für Maßnahmen wie Entsiegelung, Verschattung und Begrünung im Stadtgebiet ein. ?Das hilft, die Hitzebelastung im Sommer zu reduzieren und dadurch die gesundheitlichen Einschränkungen, die durch Hitze entstehen können, zu mindern?, erklärt der Amtsleiter. ?Einen wesentlichen Baustein bildet dabei die Gebäudebegrünung. Wo Grünflächen für neue Gebäude weichen müssen, können begrünte Dächer und Fassaden Temperaturextreme mindern?, ergänzt Socher. Besonders Fassadenbegrünung verbessert über die entstehende Verdunstungskühle durch den Photosyntheseprozess die Aufenthaltsqualität nahe des Gebäudes deutlich. Nebenbei dient Gebäudegrün dem Regenwasserrückhalt, bietet Fläche für Kleinstlebewesen und Vögel, wirkt lärmmindernd und verbessert das Stadtbild.

?Aufgrund dieser Vielfalt positiver Effekte von Gebäudebegrünung möchte die Stadt Dresden diese Baukultur fördern?, sagt Socher. ?Denn nur mit solchen ökologischen Baukonzepten sind verdichtete Städte auch in Zukunft lebenswert. Deshalb sucht die Landeshauptstadt mit dem Wettbewerb ?Dresden baut grün? das schönste Gründach und die schönste begrünte Fassade im Stadtgebiet.?

Der Wettbewerb dauert noch bis 15. September an. Alle Informationen und Teilnahmeunterlagen zum Wettbewerb stehen unter: www.dresden.de/bautgruen.

geschrieben am: 07.06.2019
Redaktion DD-INside.com


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