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Internationale Smart City Experten zu Gast in Dresden

Dresden ist in diesem Jahr Gastgeber des zentralen Projekttreffens des europäischen Smart City-Leuchtturm-Projektes ?MAtchUP?. Von heute, Dienstag 4. bis Donnerstag, 6. Dezember treffen sich etwa 70 Vertreter der insgesamt 28 Projektpartner aus acht Ländern (Spanien, Türkei, Belgien, Finnland, Israel, Mazedonien, Italien und Deutschland) in der sächsischen Landeshauptstadt. In Workshops werden technologische Maßnahmen vorgestellt und diskutiert, die in den Lighthouse Cities (Leuchtturmstädte) Valencia, Antalya und Dresden im ersten Projektjahr bereits umgesetzt bzw. für die Zukunft geplant sind. Zudem wird an einem übergreifenden Evaluationssystem zur Bewertung des Erfolgs der Maßnahmen gearbeitet. ?Um unseren Bürgerinnen und Bürgern eine sichere und lebenswerte Zukunft zu ermöglichen, müssen wir klären, wie sich unsere Stadt entwickeln soll und wie wir zukünftig leben wollen. Hierfür rücken wir Nachhaltigkeit und Innovationen in den Fokus. Im MAtchUP-Projekt arbeiten wir mit unseren regionalen und internationalen Partnern an den wesentlichen Faktoren, damit Dresden hierbei als Pionier voranschreiten kann?, sagt Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden. Damit die Teilnehmer einen Eindruck dessen erhalten, welche Maßnahmen im Rahmen des Projektes in Dresden bereits realisiert werden konnten, erfolgt für die Teilnehmer eine organisierte Besichtigungstour durch den Projektbezirk Johannstadt ? mit einer Führung durch das Innovationskraftwerk in Reick und einem Besuch in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen. Unterstützt wird diese Tour durch die Projektpartner Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI und Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), die die Busse bereitstellen, der DREWAG ? Stadtwerke Dresden GmbH, welche den Einblick in ihr Kraftwerk ermöglicht, sowie dem assoziierten Projektpartner Volkswagen Sachsen GmbH.

Entwicklung städtischer Datenplattformen im Fokus

Ein Schwerpunktthema des Treffens wird die Entwicklung städtischer Datenplattformen sein. Diese sollen den Zugriff auf städtische Daten sowie Projektdaten ermöglichen und damit als Grundlage für verschiedene Anwendungsfälle dienen ? bspw. beim e-Government, der zentralen Aufbereitung städtischer Daten für Monitoring-Zwecke oder der Bereitstellung ausgewählter Daten als ?Open Data? über offene Schnittstellen, welche die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle erlauben. Außerdem werden ausführlich Energiethemen diskutiert, z. B. Ansätze zu Eigenversorgungs- und Mieterstrommodellen, Einsatz und Effizienz von Photovoltaik-Anlagen, Nutzung von Speichersystemen, die Einbindung erneuerbarer Energien in das Dresdner Fernwärmenetz sowie das Einbeziehen der Technologien im Rahmen von Smart Meter, also intelligenter Messtechniken, und die ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekte, die mit den Themen einhergehen.

Indikatoren helfen Erfolg von Mobilitätsmaßnahmen zu evaluieren

Es wird auch um Mobilitätsmaßnahmen in den einzelnen Städten gehen. Dafür wurden vorab Indikatoren wie der Einsatz verschiedener Transportmittel, Verunreinigungen durch Staub und Lärm und technische Details zu unterschiedlichen Transportmitteln von allen Städten ermittelt. Im Rahmen eines Mobilitätsworkshops sollen diese ausführlich diskutiert und für die weitere Projektlaufzeit genutzt werden. Anhand der Indikatoren kann bei Verbesserungs- und Entwicklungsmaßnahmen gemessen werden, welche Erfolge letztendlich erzielt werden konnten. ?Als Wirtschaftsförderung wollen wir eine gute Entwicklung von Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft in Dresden sicherstellen, indem wir lokale Unternehmen, Startups und Investoren entsprechend unterstützen und für gute Wachstumsbedingungen sorgen. MAtchUP bietet uns u. a. die Möglichkeit, den Stadtteil Johannstadt genau auf dieser Ebene zu befördern und in seiner Entwicklung voranzutreiben?, so Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden.

Delegation aus Dresdens Partnerstadt Skopje nimmt teil

Schwerpunktes des Projektreffens sind, neben den eingesetzten Technologien, auch die jeweils zugrundeliegenden Geschäfts- und Finanzierungsmodelle sowie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Denn MAtchUP soll die Übertragbarkeit der technischen Lösungen auf andere Quartiere und Städte ermöglichen. Die sogenannten Follower-Städte - Skopje (Mazedonien), Herzlia (Israel), Ostende (Belgien) und Kerava (Finnland) - sollen von den Erfahrungen der Lighthouse Cities profitieren und diese für ihre Transformationsprozesse nutzen. Aus diesem Grund kommt auch der Oberbürgermeister von Skopje, Petre Shilegov, nach Dresden. Er wird begleitet von einer Delegation aus Vertretern von Politik und Wirtschaft. Neben der Teilnahme am MAtchUP-Projekttreffen stehen Gespräche mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert und dem Ersten Bürgermeister Detlef Sittel auf dem Programm. Dazu Skopjes Oberbürgermeister Petre Shilegov: ?Ich freue mich, die Partnerschaft zu Dresden weiter zu vertiefen. Den Anlass bietet das Smart-City-Projekt MAtchUP, wo wir von den Lösungen aus Dresden, Valencia und Antalya lernen. Darüber hinaus ist mir der weitere Erfahrungsaustausch mit Dresden zu den Themen Feuerwehr und Katastrophenschutz wichtig. Auf diesen Gebieten arbeiten beide Städte ebenso bereits lange eng zusammen. Zentral ist außerdem Dresdens Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025, die auch in Skopje auf großes Interesse stößt.?

Aktuelle Informationen zum Projekt MAtchUP bietet die Webseite www.dresden.de/matchup.

Hintergrund

Mit dem Zuschlag der Europäischen Kommission zum Projekt ?MAtchUP? wurde Dresdens Rolle als führend für Smart City Lösungen bestätigt. Städte weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die bestimmenden Themen sind Energieeffizienz, Digitalisierung, Dezentralisierung, erneuerbare Energien, Multimodalität und Elektromobilität. Innerhalb des Projektes geht es daher darum, intelligente, saubere Städte zu schaffen, die den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können. Mit der großen Technologiekompetenz ist Dresden in der Lage, praktikable Lösungen zu entwickeln, die anderen Städten als Vorbild dienen können und ist daher ? gemeinsam mit Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) ? Vorreiter in diesem Projekt, eine sogenannte ?Lighthouse City? (?Leuchtturmstadt?). Damit ist Dresden neben Hamburg, Köln und München eine von vier Lighthouse Cities in Deutschland. Über 5 Jahre (2017 bis 2022) fördert die Europäische Union das Vorhaben mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro. Rund 4,5 Millionen Euro davon entfallen auf die Dresdner Partner (Landeshauptstadt Dresden, DREWAG ? Stadtwerke Dresden GmbH, Dresdner Verkehrsbetriebe AG, Technische Universität Dresden, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, EA Systems Dresden GmbH, Vonovia SE). Das Amt für Wirtschaftsförderung koordiniert das Projekt in Dresden. Es führt dabei Partner aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung zusammen, um die Maßnahmen in der sächsischen Landeshauptstadt zu koordinieren. Vor allem der Dresdner Stadtteil Johannstadt soll, auch durch die Kombination mit weiteren Stadtentwicklungsmaßnahmen, zu einem intelligenten und energieeffizienten Stadtquartier entwickelt werden.

geschrieben am: 04.12.2018
Redaktion DD-INside.com


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