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Wir lassen Sie nicht im Dunkeln sitzen!

Seit dieser Woche brennen sie, die Kerzen, die auf etwa 100 City-Light-Plakaten im gesamten Stadtgebiet auf die Hilfen und Beratungsangebote für verschuldete Dresdnerinnen und Dresdner hinweisen.

?Mit der Kampagne ?Schulderberatung. Wir lassen Sie nicht im Dunkeln sitzen!? will die Landeshauptstadt Dresden auf das brisante Thema der Überschuldung und die städtisch geförderten Unterstützungsangebote aufmerksam machen und so beides verstärkt in den öffentlichen Blickpunkt rücken?, so Sozialbürgermeisterin Dr. Klaudia Kristin Kaufmann und fügt an: ?Die Beratung hilft überschuldeten Menschen, ihre persönlichen finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen und damit eine Perspektive für sich mit der Chance auf erneute Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben zu erhalten.?

Die Schuldnerberatungsstellen sind gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt und werden von drei freien Trägern angeboten und koordiniert. Diese Träger sind: die Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V., der Caritasverband Dresden e. V. und die AWO Sonnenstein gGmbH. Im Rahmen der Schuldnerberatungen übernehmen die Mitarbeiter folgende Aufgaben: Sie beurteilen die Schuldensituation und prüfen, ob weitere Beratung notwendig ist. Sie konsolidieren die Haushaltssituation des Hilfesuchenden. Sie befähigen den Ratsuchenden, die persönlichen finanziellen Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Außerdem leisten die Mitarbeiter Unterstützung bei der Einrichtung eines Bank- bzw. Girokontos und bei der Regulierung der Schulden.

?Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen beantworten vor allem finanzielle, rechtliche und lebenspraktische Fragestellungen, geben aber ebenso sozialpädagogische Hilfen und führen pädagogisch-präventive Beratung durch?, so die Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen.

Die Schuldnerberatungen werden in Form von niederschwelligen Einmalberatungen von pauschal

1,5 Stunden, niederschwelligen Kurzberatungen von pauschal fünf Stunden und antragsgebundenen Folgeberatungen von bis zu 20 Stunden erbracht. Im Jahr 2016 berieten die Mitarbeit in den genannten Beratungsstellen insgesamt 2 467 Personen, im Jahr 2017 waren es zusammen 2 659 Personen.

 

Die Schuldnerberatung ist nicht nur reaktiv, sondern auch präventiv tätig. ?Regelmäßig führen die Beraterinnen und Berater Veranstaltungen zur Prävention durch, insbesondere zur Aufklärung von Kindern und Jugendlichen, Schülern und Auszubildenden?, ergänzt Dr. Kristina Klaudia Kaufmann. ?Diese Infoveranstaltungen verfolgen das Ziel, die Kompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Finanzfragen zu stärken, ihre Eigenverantwortlichkeit zu fördern und für einen kritischen Blick auf persönliche wirtschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren sowie Berührungsängste abzubauen, um so eine Überschuldung von vornherein zu verhindern.?

 

Die Finanzierung der Beratungsstellen erfolgt auf Grundlage von Vereinbarungen nach § 75 ff. Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch [SGB XII] zwischen der Landeshauptstadt Dresden und den freien Trägern. (Die Leistungen werden nach SGB II § 16a bzw. SGB XII § 11 gewährt.)

 

Die Landeshauptstadt Dresden fördert die (Beratungs-)Infrastruktur wie folgt:

Jahr

Gesamtausgaben (SGB XII + SGB II)

2014

565 315 Euro

2015

603 988 Euro

2016

597 652 Euro

2017

607 915 Euro

1. Halbjahr 2018

333 760 Euro

 

Eine Überschuldung liegt dann vor, wenn die Schuldnerin bzw. der Schuldner die Summe ihrer bzw. seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihr bzw. ihm zur Deckung des Lebensunterhalts weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Nach einer Hochrechnung müssen im Jahr 2018 voraussichtlich rund 6,93 Millionen Privatpersonen über 18 Jahre in Deutschland als überschuldet oder nachhaltig zahlungsgestört eingestuft werden.

geschrieben am: 04.12.2018
Redaktion DD-INside.com


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