LIFESTYLE

Dresden Neustadt: Altes Viertel im jungen Gewand

Touristen stürzen sich auf die Semperoper, den Zwinger und die kulturhistorischen Schätze der Altstadt. Allerdings wird der eigentlichen Geschichte Dresdens damit Unrecht getan. Nur eine Brückenüberquerung entfernt finden Interessierte in der Dresdner Neustadt ein Viertel, das vor Geschichten nur so strotzt und dennoch jung und frisch geblieben ist.

Der Weg war nicht weit – 390 Meter um genau zu sein. Das ist die Distanz, um als Fußgänger die Augustusbrücke zu überqueren, die auf der einen Seite die Dresdner Altstadt empfängt und sich auf der anderen Seite der Neustadt öffnet. 390 Meter – und doch könnte der Unterschied kaum größer sein. Während die Altstadt auf Werbeplakaten, Postkarten und Fotografien ihr Antlitz präsentiert, sieht man selten Bilder der Neustadt. Das liegt wohl vor allem am weniger geschichtsträchtigen Namen. Neustadt, das klingt nach ostdeutschen Blöcken und betonierten Hinterhöfen, in denen sich das Unkraut seinen Weg bahnt. Wer sich jedoch auf das Abenteuer einlässt, wird mit Dresdner Geschichte und Architektur belohnt, die wesentlich authentischer sind.
 

Dresdens echte Geschichte erleben


Der Goldene Reiter ist Ausgangspunkt der Reise. Ein letzter Blick zurück durch die Abenddämmerung brennt noch einmal die goldenen Fassaden der Altstadt in das Auge. Der Fremdenführer, ein Schauspieler im historischen Kostüm, lässt die sentimentalen Blicke jedoch nicht zu: „Wenn sie die echte Geschichte Dresdens kennenlernen wollen, müssen sie in die Neustadt schauen. Die da drüben auf der anderen Elbseite wurden doch nur wieder aufgebaut und gefördert. Die wahren Schätze der Stadt findet man in der Neustadt.“ Und so beginnt ein kleines Abenteuer, vorbei an versteckten Architekturperlen und Geschichten mit Pointe.



Schnell wird klar, dass die Neustadt Dresdens nicht das typische Touristengebiet ist. Die verbliebene Schlossanlage samt Stallung, auch genannt Jägerhof, taucht mit einmal hinter einem Wohngebiet auf. Heute dürfen sich Touristen und Einheimische am Museum für Sächsische Volkskunst ergötzen oder einen Blick in die Puppentheatersammlung werfen. Weiter geht es auf die prunkvolle Hauptstraße, die erst auf den zweiten Blick ihre Faszination entfaltet. Die breite Allee zieht sich schnurgerade durch die Neustadt. Hunderte Meter weit schweift der Blick vorbei an Wohn- und Geschäftshäusern, kleinen Plätzen und prunkvollen Toren. Mit einem Mal wirkt die Neustadt riesig und man erkennt, warum der Stadtteil von Jahr zu Jahr beliebter wird.
 

Ein buntes Treiben


An den Rändern der Hauptstraße, die übrigens ein reiner Fußgängerweg ist, suchen junge Straßenkünstler ihr monetäres Glück, Frauen ziehen in klassischen Kostümen umher und feiern Junggesellenabschiede, Menschengruppen versammeln sich um Musiker oder besuchen eine der zahlreichen Bars. Während auf der anderen Elbseite der gediegene Tourist seinen Wein trinkt, spürt man in der Neustadt den Puls Dresdens. Es ist ein Konglomerat der Kulturen, ein Aufeinandertreffen von Jung und Alt. Nicht umsonst gehört die Neustadt zu den beliebtesten Wohngegenden, wie auch ein Blick auf die Bewertung von Eigentumswohnungen in Dresden zeigt.
 

Wer sich weiter über die Hauptstraße und hin zum Albertplatz bewegt, merkt schnell, dass hinter den Fassaden der alten Häuser viel Bewegung herrscht. Ein genauerer Blick offenbart, woher das Gewusel stammt: Fast jedes Haus besitzt einen prunkvollen und hübsch aufbereiteten Innenhof, der zum Verweilen und Genießen einlädt. Kleine Bars und Cafés öffneten hier ihre Pforten und laden die Besucher im Sommer wie im Winter zu Heißgetränken und Cocktails ein. Besonders schön sind die Innenhöfe natürlich an warmen Tagen. Wenn man sich am Morgen zum Frühstück niederlässt, vergisst man die Hektik des Alltags ganz schnell und wünscht sich, viel öfter einen Blick in die Neustadt geworfen zu haben.



 

Wer übrigens auf der Suche nach Clubs oder jungen Szenekneipen ist, muss die Neustadt noch nicht einmal verlassen. Die äußere Neustadt, hinter dem Albertplatz, ist der Treffpunkt für Studenten und Junggebliebene. Hier wirkt Dresden rauer, direkter und unmittelbarer. Schnell erwischt man sich, wie man von Szeneladen zu Szeneladen pirscht, sich an Streetart erfreut oder beim Schlendern entlang an farbenfrohen Häusern die Zeit vergisst. Die Dresdner Neustadt bietet so unendlich viel Historie und Gegenwart; und wird doch immer nur die zweite Geige in Sachsens Landeshauptstadt spielen. Daran ändern auch Straßenfeste wie die „Bunte Republik Neustadt“ nichts. Deshalb gilt: Wer sich von den prunkvollen Fassaden der Dresdner Altstadt lösen kann, erlebt einen Stadtteil, der historisch und dennoch unverbraucht daherkommt. Und auch für Dresdner Wohnungssuchende kann ein Blick auf die Neustadt interessant sein. Direkter am Puls der Zeit kann man nicht leben.
 

Daten und Fakten zur Neustadt Dresden

  • Einwohnerzahl: 24529

  • Bekannte Sehenswürdigkeiten: Goldener Reiter, Palaisplatz, Albertplatz, Neustädter Markt, Jägerhof

  • Jährliche Ereignisse: Filmnächte am Elbufer, Bunte Republik Neustadt, Museums-Sommernacht, Dresdner Stadtfest

  • Durchschnittlicher Mietpreis: 6,82 € /m² (Quelle: Wohnung.com)

  • Durschnittlicher Angebotspreis Kauf: 2.159 €/m² (Quelle: Wohnung.com)

    Bildquelle: Kolossos/Wikipedia unter CC-BY 3.0
     

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