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Stilbruch - Von der Straße auf die großen Konzertbühnen Stilbruch feiern fünften Geburtstag

Von der Straße auf die großen Konzertbühnen Stilbruch feiern fünften Geburtstag Die drei Musiker der Dresdner Band Stilbruch feiern in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag. Aus diesem Anlass haben sich Sänger und Cellist Sebastian Maul, Friedemann Hasse an der Violine und Florian Fügemann am Schlagwerk dazu entschlossen, ihr bisher größtes Konzert zu geben. Es wird am Freitag, den 24. September, 20 Uhr im Dresdner Alten Schlachthof stattfinden. Neben einer noch nie dagewesenen Bühnenshow haben sich Stilbruch auch etwas Besonderes für die Auswahl ihrer Vorband ausgedacht. Fünf Bands, Chervil und Brocken Glazz, beide aus Dresden; Motorcycle Motherfeed und Steeproad beide aus Leipzig sowie A Prism Of Ashes aus Freiberg werden am Freitag, den 10. September ebenfalls in der Scheune darum spielen, beim Stilbruch-Jubiläumskonzert aufzutreten. Das Geburtstags-Konzert wird live aufgenommen und später als DVD und CD veröffentlicht. Für DDinside’s Franz X.A. Zipperer lässt Friedemann Hasse einige der Stilbruch-Stationen Revue passieren.

Franz X.A. Zipperer (fxaz): Erzähl doch einfach mal, wie es mit Stilbruch losging. Und auch wo; denn es begann ja nicht in Dresden.

stilbruchFriedemann Hasse (friha): Die Gründung reicht ins Jahr 2001 zurück. Und es stimmt, erfunden wurde Stilbruch in Leipzig. Nachdem sich die ursprüngliche Besetzung 2003 wieder auflöste, brach Sebastian Maul 2004 mit vielen alten Liedern im Gepäck nach Dresden auf, wo er mit Florian Fügemann und mir die richtigen Leute fand und die Band neu gründete. Zwischenzeitlich wurde Stilbruch von Enrico Schneider an der Gitarre unterstützt und geprägt. Dieser trat 2009 leider aus der Band aus. Weiterhin waren für eine Zeit lang Sängerin und Gitarristin Katharina Gerlach sowie Nicole Rau und Claudia Heilmann, beide als Background-Sängerinnen mit von der Partie. Heute wird die Band im Konzert oft von hochkarätigen musikalischen Gästen unterstützt. Dazu gehören vorrangig Johanna Engelmann und Rany Dabbagh, die beide Gesangsparts übernehmen oder Elisabeth Fügemann am Jazz-Cello.

fxaz: Die Instrumentierung ist nun nicht die, mit der tausenderlei andere Bands auch aufwarten. Was bedeutet das für den Klang von Stilbruch?

friha: Stilbruch ist eine Akustik-Rock- Band, inzwischen komplett ohne Gitarre. Die musikalische Ausrichtung ist eindeutig Rock. Nur die Instrumente sind halt klassisch. Mit diesem, doch nicht alltäglichen Konzept versuchen wir die endgültige Vereinigung von Klassik und Moderne. fxaz: Eure erste Plattform waren gar nicht die Bühnenbretter und dennoch wart ihr musikalisch überaus erfolgreich.

Wie geht das?


friha: Das Pflaster der Straße war unsere erste Bühne. Trotz vieler Konzerte, die wir heute auch in Clubs oder Hallen spielen, haben wir diese Plattform auch nie aufgegeben. Als Sebastian Maul nach Dresden kam, hatte er bereits drei Jahre erfolgreicher Straßenmusik hinter sich. Während eines damaligen Auftritts auf dem „Freien Leipziger Marktplatz“ wurde Stilbruch spontan eingeladen, an der Neuverfilmung für „Das fliegende Klassenzimmers“ mitzuwirken. Sebastian Maul komponierte die Titelmelodie und die Band ist für 15 Sekunden in dem Film zu sehen. An diese Straßen-Tradition knüpfte Stilbruch in Dresden mit wöchentlichem Draußenspiel wieder an und schreckten im Winter auch vor Minusgraden nicht zurück. 2006 entschlossen wir uns sogar zu einer ersten Straßenmusiktournee. Mit einem Opel Astra ging es durch ganz Deutschland und jeden Tag waren wir erneut auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Und schon sind wir wieder beim Rock’n’Roll. Und der braucht Bewegung, so fanden wir uns im Setember 2008 auf einer Europatournee wieder. Wenn die Leute in großer Zahl stehen bleiben, kann man das wohl als Erfolg sehen. Wir haben auf diese Art und Weise auch richtig viele CDs in Umlauf gebracht, ...

fxaz: ... aber irgendwann hat die Straße als Podium nicht mehr gereicht?

friha: Das stimmt so nicht. Die Konzertbühne war und ist eher eine Erweiterung unserer Straßenauftritte und umgekehrt. Es gibt Dinge, die gehen auf der Straße nicht und andere die funktionieren im Club nicht. Bühnentechnik ermöglich schon die ein andere Spielerei, die auf der Straße nicht kommt, aber dort auch unangebracht wäre. Dafür ist die Straße der wohl unmittelbarste Test, dem sich ein Künstler aussetzen kann. Die Leute reagieren sofort. Sie bleiben stehen, wenn sie etwas geboten bekommen, was ihnen gefällt. Sie suchen aber genau so schnell das Weite, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Ein solches Weglaufen ist natürlich für uns immer Anlass über unsere Darbietung nachzudenken. Wir fragen uns dann, was nicht gestimmt hat, die Abfolge der Stücke, der Spannungsbogen in einem Stück oder vielleicht haben Performance und Stück nicht zusammengepasst.

fxaz: Was steht als Repertoire auf eurer Setlist? Sind das Coverversionen, die ihr für eure Instrumente umschreibt oder interpretiert ihr nur Eigenes?

friha: Wir bringen ausschließlich eigene Stücke zur Aufführung. Auch hier gilt natürlich das bereits Gesagte, es sind vor ihrer ganzen Struktur her eindeutig Rockstücke, die ihren besonderen Charakter durch unsere Streichinstrumente erhalten.

fxaz: Die Streichinstrumente deuten auf eine klassische musikalische Sozialisation hin. Wie kommt dann der Rock da rein?

friha: Das stimmt, meine Eltern waren beispielsweise beide aktive Geigenspieler und auch bei Sebastian Maul zuhause gab es diesen Hintergrund. Wir studieren auch Musik auf Lehramt. Von daher bleiben wir auch im klassischen Training. Aber auch der rock war immer da. Als Kinder schon waren wir ständig auf Rockkonzerten. Das prägt mindestens genauso. Und zeigt sich vor allem auch darin, das unsere Kompositionen als Rockstücke geschrieben werden.

fxaz: Ihr habt 2009 an der Pro7 Casting- Show „Germany‘s Next Showstars“ teilgenommen. Was bringt so was?

friha: Stimmt, wir kamen sogar bis in das Finale. Damit erreichten so viele neue Fans, dass es sich sowohl auf der Straße als auch im Club-Konzert deutlich bemerkbar machte. Auch viele Auftritte im Radio ergaben sich durch die Fernsehauftritte und wir sind sehr gespannt, was noch alles auf uns wartet. Aber zunächst richtet sich unsere ganze Spannung auf den kleinen Wettbewerb für die Vorband zu unserem Jubiläumskonzert. Und natürlich auf unsere eigene große Show.


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