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  • Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen

  • Adresse:
  • Lennéstr. 1
  • PLZ / Ort:
  • 01069 | Dresden
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen
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Werk

Am 11. Dezember 2001 wurde die eigens für die Fertigung der neuen Oberklasse konzipierte Gläserne Manufaktur in Dresden eingeweiht. Mit der zentral und homogen in das Stadtbild der deutschen Elbmetropole integrierten Manufaktur realisierte Volkswagen als erster Hersteller ein Produktionskonzept, das Prozesse der klassischen industriellen Automobilproduktion und manufakturartige Arbeiten miteinander verknüpft. Einmalig ist darüber hinaus die Tatsache, dass die einzelnen Arbeitsschritte am neuen Fahrzeug von den Kunden live begleitet werden können.

Produktion

In der Gläsernen Manufaktur wird der Phaeton montiert. Ab Mitte 2005 wurde außerdem ein Teilkontingent des ansonsten im britischen Crewe gefertigten Bentley Continental Flying Spur in Dresden montiert. Damit unterstützte die Gläserne Manufaktur den Modellanlauf in Crewe. Diese Unterstützung endete planmäßig Ende 2006.

Fertigung

Kernelement der neuen Fertigungslinie ist das Schuppenband. Mit ge­wöhnlichen Fließbändern hat es nur noch die Taktsteuerung in Montage­schritte gemeinsam; gemeint ist damit die Aufteilung der Fertigung in Stationen wie beispielsweise die Hochzeit (Motormontage) und den Scheibeneinbau. Die Oberfläche des als Rundlauf angelegten Schuppen­bandes selbst besteht aus jeweils 29 Einzelgliedern, die vollständig mit Parkett belegt sind. Auf ihnen werden die zu montierenden Fahrzeuge mittels vielfach verstellbarer Hubtische mitgeführt. Die gesamte Situation gleicht bereits optisch durch den Parkettboden und die über­sichtlich sortierten Montageteile in den Warenkörben eher einer Werkstatt des Handwerks als einer Fließbandfertigung.

Die Fahrzeuge in der Gläsernen Manufaktur werden auf zwei Etagen montiert. Um einerseits diese zwei Ebenen vertikal miteinander zu ver­binden, anderseits aber – in horizontaler Richtung – die Fertigung auf der jeweiligen Ebene zu ergänzen, kommt parallel zum Schuppenband eine Elektro-Hänge-Bahn (EHB) zum Einsatz. Über diese Bahn werden die Wagen in das andere Stockwerk und zu speziellen Montage-Arbeitsplätzen befördert, etwa dem Betanken: Hier schwebt der komplette Wagen von Ebene 2 durch die Gebäudedecke in Ebene 1 ein. Dann wird er mit einem Heber abgesenkt. Durch die Einteilung in präzise Montagetakte, die saubere Fertigung, die optimal geschulten Manufaktur-Mitarbeiter und permanente Kontrollen erreicht Volkswagen in Dresden eine Fertigungsqualität auf höchstem Niveau. Die einzelnen Fertigungstakte wurden konsequent auf die Menschen in der Manufaktur zugeschnitten. So ist etwa der Manipulator ein auf Rollen navigierbarer Helfer, mit dem die Beschäftigten große Teile, wie den kompletten Instrumententräger, millimetergenau für den Einbau in der Karosserie justieren können.

Mitarbeiter

Anfang Januar 2010 sind rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Automobilmanufaktur Dresden GmbH tätig.

Geschäftsführung

Sprecher der Geschäftsführung ist Hans-Joachim Rothenpieler, der zugleich auch Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Sachsen GmbH ist. Standortleiter der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen ist Jürgen Borrmann.

Umweltschutz

Besonderes Augenmerk widmeten die Planer dem Umweltschutz: 350 Bäume wurden unter Aufwendung von mehr als 56.000 Euro gepflanzt; spezielle Natriumdampflampen im Außenbereich arbeiten in einem gelben Spektralbereich, der die Insekten aus dem nahen Botanischen Garten nicht stört; die Tiefe des Gebäudekomplexes wurde so ausgelegt, dass der Grund­wasserhaushalt im Gleichgewicht bleibt; die versiegelte Fläche verringerte sich im Vergleich zum vorherigen Bebauungszustand des Geländes von 6,7 auf 4,8 Hektar; da sämtliche Teile, bis auf die Karosserien, per Güterstraßenbahn transportiert werden, hat der Lkw-Verkehr im Innenstadtbereich nicht nennenswert zugenommen.

Logistik

Mit der im Herzen der sächsischen Landeshauptstadt Dresdens gelegenen Gläsernen Manufaktur entstand gleichzeitig ein neues Logistiksystem. Hierbei pendeln Just in time eigens entwickelte Logistikzüge auf dem Dresdener Straßenbahnnetz mit vorgefertigten Teilen zwischen dem Logistikzentrum Friedrichstadt vor den Toren der Stadt und der Gläsernen Manufaktur. Die City wird damit so wenig wie möglich durch zusätzliche Emissionen belastet. Die Straßenbahnen wurden von der Schalker Eisenhütten Maschinenfabrik GmbH Gelsenkirchen speziell für den Einsatz in Dresden entwickelt und binnen einen Jahres gebaut. Die von beiden Seiten beladbaren Züge fassen je bis zu 60 Tonnen und damit genauso viel wie drei LKW. Ein Zug kostete rund 1,8 Millionen Euro. Sie liefern das Material in der unterirdischen Logistik-Ebene der Gläsernen Manufaktur Dresden Just in time an. Die bei Volkswagen in Mosel gefertigten Karosserien werden per Lkw an die Manufaktur geliefert und dort hinter der Glasfassade zur Dresdner Stübelallee wie in einem überdimensionalen Setzkasten zwischengelagert.

Besucherforum

Ebenfalls einen neuen Weg beschreitet Volkswagen mit einem in die Manufaktur integrierten Besucherforum. Hier können sich Besucher und Kunden mittels hochmoderner Technologien ebenso informativ wie erlebnisorientiert über Volkswagen, die neuen Oberklassemodelle der Marke und das Thema der individuellen Mobilität informieren.

Phaeton Interessenten und Abholer der in Dresden gefertigten Automobile werden in einem separaten Teil des Besucherforums, der Kundenlobby, exklusiv betreut. Die eigentliche Übergabe des neuen Fahrzeugs gestaltet sich im sogenannten Salon zu einem besonderen Erlebnis.

Standort und Architektur

Die L-förmige Gläserne Manufaktur befindet sich auf einem 8,3 Hektar großen Grundstück am Straßburger Platz, rund 100 Meter entfernt vom Botanischen Garten. Die neue Volkswagen Oberklasse entsteht hinter 27.500 Quadratmetern Fensterfläche auf drei Ebenen im 55.000 Quadratmeter großen und freundlich gestalteten Produktionsbereich. Der wird zur Stadt hin durch das komplett verglaste, winkelförmige Gebäude mit einer Kantenlänge von 140 Metern und einer Höhe von 20 Metern geprägt. Fußgänger oder Anwohner nehmen selbst in direkter Nähe des Betriebes so gut wie keine Geräusche aus der Manufaktur wahr.

Bereits im 19. Jahrhundert war das Grundstück der heutigen Gläsernen Manufaktur Dresden dicht bebaut. Bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg befand sich am Straßburger Platz der städtische Ausstellungspalast sowie das berühmte Kugelhaus, das während des Dritten Reiches demontiert wurde. Es war ein Ort, an dem auf internationalem Niveau Kunst, Kultur sowie Gartenbau- und Architekturkonzepte präsentiert wurden. Als Brücke in diese Vergangenheit erinnert im Erlebnisbereich der neuen Manufaktur ein kugelförmiges audiovisuelles Infotainment-Center an das damalige Kugelhaus.

Das von weiten sichtbare Erkennungszeichen der Gläsernen Manufaktur Dresden ist ein fast 40 Meter hoher Glasturm, in dem die fertigen Fahrzeuge auf ihre Abholung warten. Von hier aus, über die Piazza und die sogenannte Abholerbrücke, verlassen die Besitzer mit ihren Neuwagen die Gläserne Manufaktur. Ebenso ansprechend wie die Außen­architektur, wurde das Interieur der Manufaktur gestaltet. Die großen Glasflächen und 24.000 Quadratmeter Parkettboden (selbst im Montage­bereich) erzeugen eine lichte und entspannte Atmosphäre, in der sich die innovative Grundphilosophie einer Manufaktur mit sorgsam ausgeführten und vielfach in Handarbeit erfolgenden Montageschritten als Ergänzung der industriellen Fertigungsprozesse widerspiegelt.

Kunst und Kultur

Kulturelles Engagement ist ein elementarer Bestandteil der Gläsernen Manufaktur. Als fester Partner der Staatskapelle und Veranstalter von Musikfestspielen und Kunstausstelllungen beheimatet die Gläserne Manufaktur neben Hochkultur auch leichtere Klassik, Pop und schauspielerische Experimente. Veranstaltungen wie die „Kapelle für Kids“ und „Klassik picknickt“ sprechen Familien und ein breit gemischtes Publikum an. Mit dem AHAB-Projekt mit Klaus Maria Brandauer bringt die Gläserne Manufaktur interkulturell Schauspiel, Literatur und Musik zusammen. Einen besonderen Einsatz leistete die Gläserne Manufaktur im Jahr 2002, als sie während der Flut für die Dresdner Semperoper einsprang und die Aufführung von „Carmen“ ermöglichte.


Der Volkswagen Konzern

Der Volkswagen Konzern mit Sitz in Wolfsburg ist einer der führenden Automobilhersteller weltweit und der größte Automobilproduzent Europas. Im Jahr 2009 steigerte der Konzern die Auslieferungen von Fahrzeugen an Kunden auf 6,336 Millionen (2008: 6,257 Millionen), das entspricht einem Weltmarktanteil von 11,3 Prozent.

In Westeuropa, dem größten Pkw-Markt der Welt, stammt mehr als ein Fünftel aller neuen Pkw (20,9 Prozent) aus dem Volkswagen Konzern. Der Umsatz des Konzerns belief sich im Jahr 2009 auf 105,2 Milliarden Euro (2008: 113,8 Milliarden). Das Ergebnis nach Steuern betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 0,9 Milliarden Euro (2008: 4,69 Milliarden).

Neun Marken aus sieben europäischen Ländern gehören zum Konzern: Volkswagen, Audi, SEAT, Ŝkoda, Volkswagen Nutzfahrzeug, Bentley, Bugatti, Lamborghini und Scania.

Jede Marke hat ihren eigenständigen Charakter und operiert selbstständig im Markt. Dabei reicht das Angebot von verbrauchsoptimalen Kleinwagen bis hin zu Fahrzeugen der Luxusklasse. Im Bereich der Nutzfahrzeuge beginnt das Angebot bei Pick-up-Fahrzeugen und reicht bis zu Bussen und schweren Lastkraftwagen.

In 15 Ländern Europas und in sechs Ländern Amerikas, Asiens und Afrikas betreibt der Konzern 60 Fertigungsstätten. Fast 370.000 Beschäftigte produzieren an jedem Arbeitstag rund um den Globus rund 26.000 Fahrzeuge oder sind mit fahrzeugbezogenen Dienstleistungen befasst. Seine Fahrzeuge bietet der Volkswagen Konzern in 153 Ländern an.

Ziel des Konzerns ist es, attraktive, sichere und umweltschonende Fahrzeuge anzubieten, die im zunehmend scharfen Wettbewerb auf dem Markt konkurrenzfähig und jeweils Weltmaßstab in ihrer Klasse sind.





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